Der Streit um „Missing“ hat Folgen. Franky Rizardo will seinen Remix nach den Vorwürfen von John Summit vorerst nicht mehr veröffentlichen – obwohl der Track für ihn längst zu einem besonderen Set-Moment geworden ist.
Franky Rizardo will seinen Remix vorerst nicht releasen
Der Streit um den „Missing“-Remix nimmt eine neue Wendung. Nachdem John Summit Pete Tong öffentlich vorgeworfen hatte, ihn bei einem geplanten Remix-Projekt übergangen zu haben (wir berichteten), meldet sich nun Franky Rizardo selbst zu Wort – und zieht Konsequenzen.
In einem persönlichen Statement erklärt Franky Rizardo, dass sich eine Veröffentlichung für ihn nicht mehr richtig anfühle, nachdem er mehr über die Hintergründe erfahren habe. Es gehe ihm dabei nicht darum, Partei zu ergreifen oder jemandem die Schuld zuzuschieben. Für ihn sei es schlicht die Entscheidung, die sich richtig anfühle.
Besonders bitter ist die Entscheidung auch deshalb, weil Franky Rizardo selbst hörbar an dem Track hängt. In seinem Statement schreibt er, wie stolz er auf seinen Remix sei und welche Verbindung die Nummer inzwischen mit seinem Publikum aufgebaut habe. In seinen Sets sei „Missing“ zu einem besonderen Moment geworden.

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Entstanden ist der Remix laut Franky Rizardo ziemlich spontan: Er habe ihn im Auto auf dem Weg zu einer Show gebaut. Als sich später die Möglichkeit ergab, die Version offiziell zu veröffentlichen, sei er entsprechend aufgeregt gewesen. Doch genau dieses Release ist nun erst einmal vom Tisch. Franky Rizardo schreibt, dass er allen Beteiligten nur das Beste wünsche und hoffe, dass die Situation geklärt werde. Unter den aktuellen Umständen fühle es sich für ihn aber nicht mehr nach dem richtigen Weg an, seinen Remix zu veröffentlichen.

Auffällig ist, wie vorsichtig Franky Rizardo sein Statement formuliert. Er stellt sich nicht offen gegen Pete Tong, nennt keine Details und erhebt selbst keine neuen Vorwürfe. Im Gegenteil: Er schreibt, er glaube, dass alle Beteiligten mit den besten Absichten gehandelt hätten. Trotzdem ist seine Entscheidung deutlich. Am Ende schreibt Franky Rizardo, dass es ihm wichtiger sei, seinen eigenen Werten treu zu bleiben, als ein Release durchzuziehen.
John Summit hatte Franky Rizardo zuvor aus der Schusslinie genommen
Die Reaktion passt zu dem, was John Summit kurz nach seinen Vorwürfen selbst geschrieben hatte. Er erklärte, er habe mit Franky Rizardo telefoniert und dieser habe von der Vorgeschichte nichts gewusst. Seine Kritik richte sich ausdrücklich nicht gegen Franky Rizardo.
Der eigentliche Konflikt liegt damit weiter zwischen John Summit und Pete Tong. John Summit hatte Pete Tong vorgeworfen, ihm eine gemeinsame Veröffentlichung seines „Missing“-Remixes zugesagt zu haben, bevor später eine Version mit Franky Rizardo auftauchte. Außerdem teilte John Summit Screenshots einer angeblichen WhatsApp-Unterhaltung, in der es unter anderem um Session-Files, Stems und eine orchestrale Weiterentwicklung seiner Version gegangen sein soll.
Pete Tong hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.
Fotocredit: Jesse Wensing/Press Pic

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de



