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Corona-Absage: Bekomme ich mein Geld fürs Ticket zurück?

Corona-Absage: Bekomme ich mein Geld fürs Ticket zurück?

Aktueller Stand!

Das Robert-Koch-Institut zählt bis Dienstag in Deutschland um die 1300 Infektionen – Tendenz steigend. Ein 60-jähriger Deutscher ist in Ägypten an dem Virus gestorben und auch in Deutschland sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus zwei Menschen gestorben. Das teilten der Kreis Heinsberg und die Stadt Essen am Montag mit.

Jüngst hat Gesundheitsminister Jens Spahn empfohlen, wegen des Coronavirus Veranstaltungen ab 1000 Besuchern abzusagen. Viele Events sind davon bereits betroffen. Was aber passiert mit meinem Ticket, wenn ein Event nicht stattfindet? Bekomme ich mein Geld zurück? Und was genau ist überhaupt eine Veranstaltung? Die Antworten!

Veranstaltungsabsagen: Das passiert mit deinem Ticket!

Zuerst einmal sollten wir klären, was eine Veranstaltung überhaupt ist. Hierbei handelt es sich um ein zeitlich begrenztes und geplantes Ereignis, an dem eine Gruppe von Menschen teilnimmt. Es gibt ein definiertes Ziel und eine Programmfolge mit thematischer, inhaltlicher Bindung oder Zweckbestimmung. Außerdem kommt es darauf an, dass es einen Veranstalter gibt, der als Ansprechpartner für zum Beispiel Behörden zur Verfügung steht – und so etwas ist bei einem Flug oder einer Zugfahrt nicht gegeben.

Die Bundesregierung – in diesem Fall Gesundheitsminister Jens Spahn – gibt nur Empfehlungen ab. Die Entscheidung darüber, ob eine Veranstaltung stattfinden kann, liegt demnach nicht beim Bund, sondern bei den zuständigen Behörden. Das ist auch so in Paragraf 28 des Infektionsschutzgesetzes geregelt, dort heißt es nämlich:

„Werden Kranke, Krankheitsverdächtige, Ansteckungsverdächtige oder Ausscheider festgestellt […], so trifft die zuständige Behörde die notwendigen Schutzmaßnahmen […], soweit und solange es zur Verhinderung der Verbreitung übertragbarer Krankheiten erforderlich ist. Unter den Voraussetzungen von Satz 1 kann die zuständige Behörde Veranstaltungen oder sonstige Ansammlungen einer größeren Anzahl von Menschen beschränken oder verbieten […]“

Die Bundesregierung hat über Veranstaltungsabsagen also keine Handhabe, das obliegt der jeweiligen Kommune. Selbstverständlich kann aber auch der Veranstalter das Event jederzeit absagen, beispielsweise wenn die Gesundheitsbehörden die Veranstaltung nur mit bestimmten Auflagen genehmigen.

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Veranstaltungsabsagen: Wird mir mein Geld erstattet?

Was passiert, wenn eine Veranstaltung abgesagt wird? Habe ich dann Anspruch auf Rückerstattung des Eintrittspreises? Spielt der Grund der Absage eine Rolle?

Grundsätzlich gilt: Wird eine Veranstaltung abgesagt, hat der Käufer den Anspruch auf Rückerstattung des Ticketpreises. Es spielt dabei keine Rolle, aus welchen Gründen die Veranstaltung abgesagt wird. 

Wird die Veranstaltung allerdings nicht abgesagt und der Käufer möchte „nur“ aus Angst die Veranstaltung nicht besuchen, hat er nicht automatisch Anspruch auf die Rückerstattung des Ticketpreises. Denn: Für Eintrittskarten gilt kein Widerrufsrecht. „Angst“ oder „keine Lust“ sind keine Gründe, aus denen man Geld zurückverlangen könnte. Wird das Konzert oder Festival verschoben und man kann am neuen Datum nicht, hängt es von den AGB ab, ob die Kosten erstattet werden. Oft sind Veranstalter kulant, trotzdem kann immer individuell entschieden werden.

Geld kommt zurück, doch was passiert mit der Reise?

Doch was passiert eigentlich im Falle einer Reise die mehrere Stunden oder Tage beansprucht, beispielsweise mit Zug oder Flugzeug. Auch diese Tickets werden ja meist in Kombination mit den Eintrittskarten gebucht und auch bezahlt. Für jede Reise kann natürlich eine Reiserücktrittversicherung abgeschlossen werden.

Diese zahlt jedoch nur bei bestimmten Ereignissen wie Krankheit, Todesfall, Unfall, Schwangerschaft oder plötzlicher Wechsel der Arbeitsstelle. Die Absage des Events wegen des Coronavirus zählt definitiv nicht dazu und ihr müsst in den sauren Apfel beißen und bleibt auf den Kosten sitzen. Übrigens haben Firmen ähnliche Probleme. Muss ein Betrieb vorübergehend schließen, gibt es von der Versicherung keinen Ertragsausfall bezahlt. Die Versicherer prüfen jetzt wie und in welcher Form solche Ereignisse in Zukunft mitversichert werden können.

Aktueller Stand!

Das Robert-Koch-Institut zählt bis Dienstag in Deutschland um die 1300 Infektionen – Tendenz steigend. Ein 60-jähriger Deutscher ist in Ägypten an dem Virus gestorben und auch in Deutschland sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus zwei Menschen gestorben. Das teilten der Kreis Heinsberg und die Stadt Essen am Montag mit.

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10.03.20 22:44