Das hat vor ihm noch niemand geschafft: David Guetta gewinnt die DJ Mag Top 100 DJs zum sechsten Mal. Anyma springt aufs Podium, während John Summit, Mau P und Chris Stassy jeweils 22 Plätze gutmachen. Die wichtigsten Ergebnisse, Überraschungen und deutschen Platzierungen des Votings 2026 im Überblick.
David Guetta überholt Martin Garrix und Armin van Buuren
„Wow. Sechsmal?“ Als David Guetta im Gespräch mit DJ Mag von seinem Sieg bei den DJ Mag Top 100 DJs 2026 erfährt, muss selbst er kurz innehalten. Der Franzose verteidigt seinen ersten Platz und erreicht damit eine historische Marke: Noch nie hat ein Künstler die weltweite Publikumsabstimmung sechsmal gewonnen. Martin Garrix und Armin van Buuren, mit denen er sich den Rekord bislang teilte, stehen bei jeweils fünf Siegen.
Für Guetta kommt die Auszeichnung nach einem Sommer, den er selbst als den größten seiner Karriere beschreibt. Drei ausverkaufte Shows im Stade de France mit zusammen mehr als 240.000 verkauften Tickets gehören ebenso dazu wie seine Ibiza-Residencys Galactic Circus im [UNVRS] und F*** ME I’M FAMOUS! im Ushuaïa.
Hinter diesen Zahlen steckt eine Verbindung zum Publikum, die längst mehrere Generationen umfasst. Mit Guettas Songs verbinden viele ihre ersten Clubbesuche, Festivalwochenenden und Nächte, die bis heute nachhallen. Gleichzeitig erreicht er weiterhin Menschen, die elektronische Musik gerade erst für sich entdecken.
Der Rekordsieger bleibt neugierig
Dass David Guetta sich auf seinen Erfolgen ausruht, lässt sich auch musikalisch kaum behaupten. Mit Marten Hørger startete er 2026 das Projekt Men Machine, das Einflüsse aus Electroclash, New Wave, Synth-Pop und Techno zusammenführt. Parallel entwickelte er mit MORTEN den gemeinsamen Future-Rave-Sound weiter. „Das Schlimmste, was einem Produzenten passieren kann, ist zu glauben, dass man schon alles weiß“, erklärt Guetta gegenüber DJ Mag. Die Zusammenarbeit mit jüngeren Künstlern und unterschiedlichen musikalischen Ansätzen halte ihn motiviert.
Diese Neugier begleitet auch seinen Blick auf die Szene. Im Interview nennt er Chris Stassy, Prospa und Cloonee als Artists, deren Shows ihn begeistern. Besonders freut ihn die ausgelassene Stimmung auf ihren Dancefloors. Alle drei spielen auch im diesjährigen Ranking eine Rolle.
Die Top 10 der Top 100 DJs 2026
Während Martin Garrix seinen zweiten Platz hält, gelingt Anyma der größte Sprung innerhalb der Top Ten: Matteo Milleri verbessert sich von Rang zehn auf drei. Nach einem Jahr mit seinem neuen ÆDEN-Konzept und großen internationalen Shows steht er damit erstmals auf dem Podium.
Alok folgt auf Platz vier, Dimitri Vegas & Like Mike auf fünf. Charlotte de Witte steigt um drei Positionen auf Rang sechs und erhält die Auszeichnung als „World’s No.1 Techno DJ“. Armin van Buuren belegt Platz sieben und bleibt der höchstplatzierte Trance-DJ.
Timmy Trumpet auf acht und FISHER auf neun vervollständigen gemeinsam mit Vintage Culture die ersten zehn. Der Brasilianer verbessert sich um einen Platz und zieht damit in die Top Ten ein. Afrojack fällt dagegen von Rang acht auf 15 zurück.
1. David Guetta (-)
2. Martin Garrix (-)
3. Anyma (+7)
4. Alok (-1)
5. Dimitri Vegas & Like Mike (-1)
6. Charlotte de Witte (+3)
7. Armin van Buuren (-2)
8. Timmy Trumpet (-2)
9. FISHER (-2)
10. Vintage Culture (+1)
Drei Artists steigen um jeweils 22 Plätze
Den größten Aufstieg teilen sich diesmal John Summit, Mau P und Chris Stassy. Alle drei gewinnen gegenüber dem Vorjahr 22 Positionen: John Summit landet auf Platz 24, Mau P auf 55 und Chris Stassy auf 59. Auch Fred again.. gehört zu den deutlichen Gewinnern. Er klettert um 17 Plätze auf Rang 16. GORDO verbessert sich um 18 Positionen auf Platz 50, The Martinez Brothers steigen um 15 Plätze auf 28. Für Korolova und Miss Monique geht es jeweils 14 Positionen nach oben, auf Rang 36 beziehungsweise 61. Auch Indira Paganotto erreicht einen besonderen Meilenstein: Sie verbessert sich um zehn Plätze auf Rang 26 und erhält den erstmals vergebenen Titel „World’s No. 1 Psy DJ“.
Auf der anderen Seite verlieren einige langjährige Publikumslieblinge deutlich an Boden. Hardwell fällt von Platz 15 auf 29, Eric Prydz von 37 auf 62 und Above & Beyond von 61 auf 87. Den größten Rückgang innerhalb der diesjährigen Liste verzeichnen Vini Vici: Das Duo rutscht um 39 Plätze auf Rang 71.
Josh Baker gelingt der höchste Neueinstieg
Der höchste Neueinsteiger heißt Josh Baker. Der britische DJ und Produzent erreicht auf Anhieb Platz 40, direkt gefolgt unter den Neuzugängen von Mahmut Orhan auf Rang 42. Weiter unten gibt es ebenfalls viel zu entdecken: Shimza steigt auf Platz 75 ein, Sonny Fodera auf 80 und Cloonee auf 84. Prospa erreichen Rang 94, ¥ØU$UK€ ¥UK1MAT$U folgt auf 95. KI/KI schafft auf Platz 100 erstmals den Einzug in die Liste.
Einer der ungewöhnlichsten Neueinsteiger ist Padre Guilherme auf Platz 79. Der katholische Priester aus Portugal verbindet seine geistliche Arbeit mit einer internationalen DJ-Karriere und melodischem Techno. In seinen Sets will er dabei auch Botschaften von Zusammenhalt und Spiritualität vermitteln.
All diese Namen bringen sehr unterschiedliche musikalische Handschriften mit: von Shimzas Afro House über Prospas Rave-Euphorie bis zu ¥ØU$UK€ ¥UK1MAT$Us unberechenbaren Genrewechseln und KI/KIs Verbindung aus Trance, Acid und Techno. Wer beim Ranking nur auf die ersten Plätze schaut, verpasst einige seiner interessantesten Geschichten. Der höchste Wiedereinstieg gelingt übrigens Illenium auf Platz 30. Auch Mosimann auf 85 und MATTN auf 92 sind wieder dabei.
Die neuen Namen bedeuten zugleich, dass einige bekannte Artists diesmal fehlen. NERVO sind nach Platz 63 im Vorjahr nicht mehr vertreten, ebenso Fedde Le Grand und MEDUZA. Auch I Hate Models und Chris Lake, die beide erst 2025 in die Liste eingestiegen waren, gehören diesmal nicht zu den Top 100.
Zusammengenommen zeigen die Ergebnisse, wie viel sich hinter der vertrauten Spitze bewegt. House und Tech House gewinnen mit John Summit, Mau P und Chris Stassy deutlich an Boden. Dazu kommen Neueinsteiger wie Josh Baker, Cloonee und Prospa. Gleichzeitig verlieren langjährige Festivalgrößen wie Hardwell, R3HAB und The Chainsmokers Plätze. Die großen EDM-Namen prägen das Ranking weiterhin, doch die musikalischen Vorlieben des abstimmenden Publikums werden vielfältiger.
So schneiden die deutschen Artists bei den DJ Mag Top 100 DJs 2026 ab
Aus deutscher Sicht stehen Keinemusik als höchstplatzierter deutscher Act auf Rang 31, verlieren allerdings elf Positionen. Paul van Dyk verbessert sich dagegen um vier Plätze auf Rang 35. Noch deutlicher geht es für Solomun nach oben: Er steigt von 55 auf 41. Lilly Palmer gewinnt acht Positionen und erreicht Platz 49. Marlon Hoffstadt, im vergangenen Jahr erstmals auf Rang 100 vertreten, verbessert sich auf 97.
Rückgänge verzeichnen Claptone auf Platz 43 (-13), Zedd auf 54 (-10), Boris Brejcha auf 57 (-8) und ATB auf 63 (-4). Plastik Funk belegt Rang 90 (-4), Cuebrick Platz 96 (-6). Nicht mehr vertreten ist Topic, der im vergangenen Jahr noch Platz 99 belegte. Die übrigen deutschen Acts aus der Vorjahresliste sind auch 2026 wieder dabei.
Alle Platzierungen der DJ Mag Top 100 DJs 2026
1. David Guetta (-)
2. Martin Garrix (-)
3. Anyma (+7)
4. Alok (-1)
5. Dimitri Vegas & Like Mike (-1) [The World’s Highest DJ Group]
6. Charlotte de Witte (+3) [The World’s No.1 Techno DJ]
7. Armin van Buuren (-2) [The World’s No.1 Trance DJ]
8. Timmy Trumpet (-2)
9. FISHER (-2) [The World’s No.1 House DJ]
10. Vintage Culture (+1)
11. Calvin Harris (+5)
12. Don Diablo (+1)
13. Peggy Gou (-1)
14. Black Coffee (+3)
15. Afrojack (-7)
16. Fred again.. (+17)
17. Lost Frequencies (+2)
18. Steve Aoki (-4)
19. KSHMR (+4)
20. W&W (-2)
21. Reinier Zonneveld (+1)
22. Tiësto (-1)
23. Carl Cox (+2)
24. John Summit (+22) [Highest Climber]
25. Skrillex (+6)
26. Indira Paganotto (+10) [The World’s No.1 Psy DJ]
27. Nicky Romero (+2)
28. The Martinez Brothers (+15)
29. Hardwell (-14)
30. Illenium (Wiedereinstieg)
31. Keinemusik (-11)
32. Alan Walker (-8)
33. Jamie Jones (-6)
34. Swedish House Mafia (-)
35. Paul van Dyk (+4)
36. Korolova (+14)
37. Michael Bibi (+11)
38. Dom Dolla (+3)
39. Oliver Heldens (-13)
40. Josh Baker (neu) [Höchster Neueinstieg]
41. Solomun (+14)
42. Mahmut Orhan (neu)
43. Claptone (-13)
44. Joel Corry (-9)
45. R3HAB (-17)
46. Mochakk (+10)
47. Amelie Lens (-9)
48. HUGEL (+6)
49. Lilly Palmer (+8)
50. GORDO (+18)
51. James Hype (+1)
52. Maddix (+1)
53. Marshmello (-11)
54. Zedd (-10)
55. Mau P (+22) [Highest Climber]
56. Alesso (-5)
57. Boris Brejcha (-8)
58. Bassjackers (-13)
59. Chris Stassy (+22) [Highest Climber]
60. DJ Snake (-20)
61. Miss Monique (+14)
62. Eric Prydz (-25)
63. ATB (-4)
64. Sara Landry (-2) [The World’s No.1 Hard DJ]
65. Kölsch (-)
66. Ben Nicky (neu)
67. Sub Zero Project (-3)
68. Joseph Capriati (neu)
69. Liu (+2)
70. ARTBAT (+3)
71. Vini Vici (-39)
72. Wade (neu)
73. Nora En Pure (-15)
74. B Jones (+14)
75. Shimza (neu)
76. Quintino (-29)
77. Lucas & Steve (-11)
78. Giuseppe Ottaviani (+11)
79. Padre Guilherme (neu)
80. Sonny Fodera (neu)
81. Deborah De Luca (-21)
82. Nico Moreno (-15)
83. Ferry Corsten (+2)
84. Cloonee (neu)
85. Mosimann (Wiedereinstieg)
86. PAWSA (-17)
87. Above & Beyond (-26)
88. MARNIK (-8)
89. The Chainsmokers (-19)
90. Plastik Funk (-4)
91. deadmau5 (-9)
92. MATTN (Wiedereinstieg)
93. Nils van Zandt (+5)
94. Prospa (neu)
95. ¥ØU$UK€ ¥UK1MAT$U (neu)
96. Cuebrick (-6)
97. Marlon Hoffstadt (+3)
98. Honey Dijon (-1)
99. DubVision (-12)
100. KI/KI (neu)
Ein Rekord und die Menschen dahinter
Neben der Rangliste würdigt DJ Mag auch besondere Leistungen: Luciano erhält den „Outstanding Contribution Award“ für seinen langjährigen Einfluss auf die elektronische Musik. Die House-DJ Anastazja wird als „Future Star“ ausgezeichnet.
Bei den DJ Mag Top 100 DJs wählen Fans ihre fünf liebsten DJs. 2026 wurden so viele Stimmen gezählt wie nie zuvor, abgegeben aus 234 Ländern und Gebieten. Hinter jeder Platzierung stehen damit auch Menschen, die sich mit der Musik und den Auftritten eines Künstlers verbunden fühlen.
David Guetta beschreibt diese Verbindung im Interview mit einem einfachen Gedanken: „Meine Rolle ist es, Menschen glücklich zu machen und sie ihre Probleme vergessen zu lassen.“ Auch nach sechs Siegen scheint ihm genau das noch immer am wichtigsten zu sein.
Fotocredit: Press Pic

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




