Beim Ozora Festival in Ungarn sind innerhalb weniger Stunden zwei Menschen gestorben. Die Veranstalter beendeten daraufhin sämtliche Musikprogramme vorzeitig – die genauen Umstände der Todesfälle werden weiterhin untersucht.
39-Jährige erleidet plötzlichen Herzstillstand
Die beiden Todesfälle ereigneten sich am Samstag, 1. August, auf dem Festivalgelände in Dádpuszta. Zunächst erlitt eine 39-jährige Ungarin nach Angaben der Veranstalter einen plötzlichen Herzstillstand. Medizinische Einsatzkräfte seien innerhalb weniger Minuten vor Ort gewesen und hätten umgehend mit der Wiederbelebung begonnen. Trotz aller Bemühungen konnte die Frau nicht gerettet werden.
Mehrere Medien bringen den Zusammenbruch mit den extrem hohen Temperaturen in Ungarn in Verbindung. Eine medizinisch bestätigte Todesursache wurde jedoch bislang nicht veröffentlicht. Das Ozora Festival verwies in seinem Statement auf die geltende Hitzewarnung und forderte die Besucher dazu auf, ausreichend Wasser zu trinken und besonders aufeinander zu achten.
US-Amerikaner stürzt an Hauptbühne in den Tod
Wenige Stunden später starb ein 45 Jahre alter US-Amerikaner. Nach Angaben der Polizeidirektion des Komitats Fejér war der Mann auf ein Dekorationselement im Bereich der Hauptbühne geklettert und anschließend tödlich gestürzt. Eine Beteiligung Dritter wurde nach bisherigen Erkenntnissen ausgeschlossen. Die Polizei geht derzeit von einem Suizid aus, untersucht die genauen Umstände beider Todesfälle jedoch weiterhin in behördlichen Verfahren.
Sämtliche Musik endet um Mitternacht
Als Reaktion auf die Ereignisse kündigten die Veranstalter an, alle Musikprogramme am Sonntag um Mitternacht zu beenden. Das galt ausdrücklich auch für die Pumpui Stage, auf der ursprünglich bis in die Morgenstunden weitergespielt werden sollte. „Unsere Gedanken sind bei den Familien, Angehörigen und Freunden der Verstorbenen“, teilte das Festival mit. Die Besucher wurden gebeten, einander in den verbleibenden Stunden mit besonderer Aufmerksamkeit, Mitgefühl und Freundlichkeit zu begegnen.
Das Ozora Festival hatte am 24. Juli begonnen und war offiziell bis zum 4. August angesetzt. Eine sofortige Räumung oder vollständige Schließung des Geländes wurde nicht angekündigt – die Entscheidung bezog sich ausdrücklich auf das noch laufende Musikprogramm.
Falls du selbst Suizidgedanken hast oder dir Sorgen um jemanden machst, erreichst du die Telefonseelsorge kostenlos und rund um die Uhr unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. In akuter Gefahr gilt der Notruf 112.

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




