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Nach queerfeindlichen Kommentaren: Stil vor Talent wirft Artist raus

Nach queerfeindlichen Kommentaren: Stil vor Talent wirft Artist raus

Das Label Stil vor Talent hat einen Künstler mit sofortiger Wirkung aus dem Label entfernt. Auslöser war ein queerfeindlicher Vorfall im Umfeld von DJ HOVR. Mit seinem Statement zieht das Berliner Label nicht nur eine klare Grenze, sondern erinnert auch daran, wo House historisch herkommt.

Stil vor Talent zieht die Reißleine

Das Label Stil vor Talent hat sich öffentlich und unmissverständlich von einem Künstler getrennt. In einem Statement erklärt das Label, dass es eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Homophobie, Transphobie, geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Rassismus verfolge. Der Künstler sei mit sofortiger Wirkung vom Label entfernt worden. Dazu kommt ein Satz, der hängen bleibt: House sei von Black, queeren und marginalisierten Communities geschaffen worden – und genau dieses Erbe werde man bei Stil vor Talent nicht missachten lassen.

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Hintergrund ist ein Vorfall rund um DJ HOVR. HOVR schilderte auf Social Media, dass unter einem Video zu seinem Set queerfeindliche Kommentare aufgetaucht seien. Dabei steht auch die Formulierung „Go to Dagestan“ im Raum, die im Kontext des Falls als gezielte, queerfeindliche Entgleisung gelesen wird. Die Reaktionen darauf zogen schnell weitere Diskussionen in der Szene nach sich.

House war nie unpolitisch

Dass ein Label in so einem Fall Konsequenzen zieht, ist die Nachricht. Entscheidend ist aber, wie Stil vor Talent diesen Schritt begründet. Das Berliner Imprint formuliert keine pflichtschuldige Distanzierung, sondern eine klare Absage. Und genau das verleiht dem Statement Gewicht. House ist nicht einfach ein Sound, auf den man sich nach Belieben berufen kann. Diese Kultur wurde von Black, queeren und marginalisierten Communities geprägt, erkämpft und getragen. Wer davon profitiert, kann sich nicht gleichzeitig über die Menschen und Werte hinwegsetzen, auf denen sie gewachsen ist.

Darum endet die Geschichte auch nicht bei einem einzelnen Vorfall. Die elektronische Szene schmückt sich seit Jahren mit Begriffen wie Offenheit, Freiheit und Inklusion. Solche Worte haben aber keinen Wert, wenn sie im entscheidenden Moment folgenlos bleiben. Stil vor Talent hat in diesem Fall nicht beschwichtigt, nicht relativiert und nicht auf bessere Zeiten gehofft. Das Label hat gehandelt. Und genau darin liegt das Signal dieser Reaktion: Queerfeindlichkeit ist in dieser Kultur kein Randthema, das man kleinreden oder aussitzen kann. Wer sie toleriert, verrät den Kern dessen, worauf sich diese Szene bis heute so gern beruft.

Fotocredit: Symbolbild (KI-generiert)

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