DJing nach Brexit
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Nach Brexit: Touren für UK-DJs wird teurer und komplizierter

Nach Brexit: Touren für UK-DJs wird teurer und komplizierter

Darum wird es komplizierter!

Wenn DJs oder generell Musiker auf Tour gehen, ist das mit einem großen Aufwand verbunden. Viele touren mit Trucks und mehreren Tourbussen. Mit dem Verlassen der EU ist UK nicht mehr Teil der Zollunion, das bedeutet, dass für den Grenzübertritt ein Zollbegleitschein notwendig werden wird. Auf einer Liste muss dann zum Beispiel alles aufgelistet werden, was sich im Tourbus befindet, inklusive dem Wert des jeweiligen Gegenstandes. Diese Liste wird dann an der Landesgrenze überprüft. Dafür könnten dann sogar Gebühren anfallen. Für einen DJ, der mit mehreren Bussen unterwegs ist, kostet so etwas viel Zeit – und eben Geld. Außerdem besteht noch ein anderes Problem: Spielt der DJ an einem Tag zum Beispiel in Großbritannien und am nächsten in Deutschland, wird ihm niemand garantieren können, dass das Equipment rechtzeitig durch den Zoll kommt. Er wird also ein bis zwei Tage Pause zwischen beiden Shows einplanen müssen.

Katrin

Katrin

Redaktionsleiterin

 

M:[email protected]


Im Dezember haben sich das Vereinigte Königreich und die EU auf ein neues Handels- und Kooperationsabkommen geeinigt, das die zukünftigen Handels- und Sicherheitsbeziehungen zwischen UK und Europa nach dem Brexit regeln soll. Doch was heißt das nun für Musiker? Es wird komplizierter!

Neuer Leitfaden für britische Künstler nach Brexit

Mit dem Abkommen hatte man gehofft, dass das endgültige Austrittsabkommen zwischen Großbritannien und der EU besondere Rücksicht auf tourende Musiker nehmen würde – einschließlich freier, langfristiger Arbeitsreiseregelungen für Künstler und deren Crew. So wie es aber aktuell aussieht, bringt das aktuelle Abkommen neue Vorschriften, Zölle und Visabestimmungen mit sich, die solche Touren deutlich teurer und komplizierter machen werden. Das weckt weitere Befürchtungen darüber, was dieser erneute Schlag für die Erholung der britischen Musikindustrie bedeuten könnte, die vor den verheerenden Folgen der Coronavirus-Pandemie einen Wert von mehr als 5 Milliarden Euro hatte.

Brexit

Unterschiedliche Einreisebestimmungen

Die Incorporated Society of Musicians (ISM) hat inzwischen einen Leitfaden über die Genehmigungen herausgegeben, die für Auftritte in Europa eingeholt werden müssen. Die Regelungen für Deutschland werden derzeit überprüft. Britische Staatsangehörige werden "höchstwahrscheinlich unter das [visafreie] ETIAS-Programm fallen, sobald es 2021 voll einsatzfähig ist", hieß es zuletzt. Sich für ETIAS zu qualifizieren bedeutet, dass keine Genehmigung für 90 Tage benötigt wird.

In anderen Ländern sieht es da aktuell etwas komplizierter aus: Belgien, Zypern und Italien verlangen von den Interpreten vor Einreise einige Unterlagen. Fehlen diese, ist die Einreise nicht möglich. In Ländern wie Polen und der Slowakei sind Genehmigungen für Künstler nur erforderlich, wenn ihr Aufenthalt im Land 30 Tage in 12 Monaten überschreitet, und in Norwegen muss die Polizei über eine Ankunft informiert werden, um im Land zu arbeiten. 

Petition gestartet!

Es wurde eine Petition gestartet, die die britische Regierung auffordert, eine neue visafreie kulturelle Arbeitserlaubnis für tourende Künstler auszuhandeln, die bereits mehr als 220.000 Unterschriften gesammelt hat. 

Fotocredits: Unsplash (Marcela LaskoskiHabib Ayoade)
Quelle: DJ Mag Official

Darum wird es komplizierter!

Wenn DJs oder generell Musiker auf Tour gehen, ist das mit einem großen Aufwand verbunden. Viele touren mit Trucks und mehreren Tourbussen. Mit dem Verlassen der EU ist UK nicht mehr Teil der Zollunion, das bedeutet, dass für den Grenzübertritt ein Zollbegleitschein notwendig werden wird. Auf einer Liste muss dann zum Beispiel alles aufgelistet werden, was sich im Tourbus befindet, inklusive dem Wert des jeweiligen Gegenstandes. Diese Liste wird dann an der Landesgrenze überprüft. Dafür könnten dann sogar Gebühren anfallen. Für einen DJ, der mit mehreren Bussen unterwegs ist, kostet so etwas viel Zeit – und eben Geld. Außerdem besteht noch ein anderes Problem: Spielt der DJ an einem Tag zum Beispiel in Großbritannien und am nächsten in Deutschland, wird ihm niemand garantieren können, dass das Equipment rechtzeitig durch den Zoll kommt. Er wird also ein bis zwei Tage Pause zwischen beiden Shows einplanen müssen.

Katrin

Katrin

Redaktionsleiterin

 

M:[email protected]


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11.01.21 20:04