Motivation
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Mentaltrainerin im Interview: So bleibst du als DJ und Producer motiviert!

Mentaltrainerin im Interview: So bleibst du als DJ und Producer motiviert!

Nicht immer ist es einfach 100 Prozent zu geben – gerade als DJ und Produzent verlangt das ab und zu viel Durchhaltevermögen. Doch was sollte man am besten tun, wenn die Motivation abnimmt und man nicht mehr weiter weiß? Das hat Mentaltrainerin Regina Swoboda unserer Redakteurin Marie verraten!

Zur Person

Magistra Regina Swoboda ist Leiterin des Instituts "mental erleben" in Wien und ist mehrfach diplomiert. Unter anderem ist sie ausgebildete Mentaltrainerin, Mentalcoach sowie zertifizierte Fachtrainerin in der Erwachsenenbildung und besitzt Expertise im Fachbereich "Burnout Prophylaxe" sowie "Resilienztraining". Abseits arbeitet die Mentaltrainerin eng mit Hirnforschern zusammen und ist oft bei Kongressen zu Gast.

Marie

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Autorin

 

M:[email protected]


Manchmal läuft die Karriere als DJ nicht immer ganz so erfolgreich, wie man sich das vorstellt. „Gut Ding braucht ja bekanntlich Weile“. Welche Strategien gibt es, um karrieremäßig am Ball zu bleiben und weiter zu machen?

Viele würden jetzt sagen, dass es Disziplin benötigt, um am Ball zu bleiben. Das sehe ich nicht so. Disziplin und Durchhaltevermögen sind verstandesgesteuerte Mechanismen, die wenig mit Spaß und Freude an der Sache zu tun haben. Wenn ich bei dem was ich tue, Freude und Begeisterung spüre, dann fällt es mir leicht, dabei zu bleiben. Erst kürzlich wurde der mehrfache Weltmeister und Skirennläufer Marcel Hirscher nach seinem Erfolgsrezept gefragt– er meinte: "Jede Menge Freude am Skifahren".

Das können wir auch aufs DJ-Dasein umlegen: Ja, es kann sein, dass man als Bedroom DJ startet – aber wenn es einem gelingt, dass man dadurch den Spaß bei der Sache beibehält, dann hat man genügend Energie für den nächsten Schritt. Wenn man also gerade nicht die Erfolge erzielt, die man gerne hätte, dann ist es sinnvoll die Momente wieder herzuholen, in denen man bisher erfolgreich war. Quasi, um sich selbst wieder zu stärken.

Man sollte sich daher fragen: Welche Skills habe ich mir bereits erworben? Welche Gigs konnte ich schon auf meiner Liste verzeichnen? Welche Produktionen habe ich schon vorzuweisen? Es zählt hier nicht, was man noch nicht geschafft hat, wichtig ist, dass man sich selbst die Facts bewusst macht, die schon vorhanden sind!

Wenn es darum geht sich als DJ oder Produzent Ziele zu stecken, wie sollte man dabei am besten vorgehen? Was ist dabei wichtig?

Zum Thema Ziele richtig definieren gibt es viele, sehr unterschiedliche Ansätze. Aus meiner Erfahrung sind dabei zwei entscheidende Fragen zu klären:

  1. Was ist meine Vision? Wo möchte ich am Ende stehen?
  2. Was ist der nächste wichtige Step in diese Richtung?

Die eine Frage ohne die Andere bringt nichts. Wichtig ist hier die Kombination deines Traumes und dem nächsten Schritt dorthin. Die Vision bringt die Begeisterung, das sogenannte „Warum“, also wofür man brennt und weshalb man diesen Weg geht. Das kann zum Beispiel ein Auftritt bei dem Lieblings-Festival sein. Der nächste Schritt dazu wäre das gewonnene DJ Battle.

Dieser Schritt hätte zwei ganz wesentliche Motivatoren in sich: Zum einen die zeitliche Komponente – meist liegt dieses Ziel in erreichbarer Zukunft – und zum anderen die gefühlteAnstrengung, um an dieses Teilziel zu kommen. Die Anstrengung ist hier um einiges geringer und auch einschätzbarer, als der Energieeinsatz für den gesamten Weg zur Erfüllung des „großen Traums“.

Einem großen Ziel ohne Zwischenetappen hinterherzurennen, ist eine Quelle ewiger Frustration. Deshalb ist es wichtig, sich das nächste fordernde, aber nicht überfordernde Teilziel zu setzen.

Motivation

Angenommen man hat ein richtiges Motivationstiefs als DJ oder Producer. Beispielsweise, wenn man es gar nicht mehr schafft Musik zu produzieren, oder aufzulegen. Was sollte man da machen?

Eine Pause! Denn danach schreit offensichtlich gerade der ganze Körper. Wenn ich wie ein „Duracell Hase“ ohne Pause weiter und weiterlaufe, dann ist es klar, dass es irgendwann nicht mehr geht. Das haben wir ja erst in jüngster Vergangenheit in der DJ-Szene erlebt.

Die Chinesen haben ein Sprichwort: „Wenn du es eilig hast, gehe langsam.“ Wichtig ist also, sich eine Pause zu gönnen und sich dann zu fragen: „Was könnten die Gründe dafür sein, dass ich es nicht schaffe? Lege ich zu viel Druck in die Sache? Möchte ich zu viel auf einmal? Was ist sonst in meinem Leben los?!“ Und noch viel wichtiger: „Wieviel Lust und Freude habe ich an der Sache selbst?“ Wenn die Antwort auf die letzte Frage „wenig“ ist, dann macht es Sinn, sich eine kreative Schaffenspause zu gönnen und sich für eine Weile zurückzuziehen, um neue Kraft und Energie zu tanken.  

Was sollte man machen, wenn man motiviert ist als DJ oder Produzent aktiv zu sein, aber seine Ideen nicht in die Tat umsetzen kann? 

Wichtig ist auch hier, sich über die möglichen Ursachen bewusst zu werden. Es gibt wahrscheinlich einen guten Grund für das nicht durchstarten können. Das Gute daran ist: Wenn man motiviert ist, dann ist da ja bereits ein Antrieb in einem selbst spürbar. Die Frage ist nur, ob dieser innere Antrieb überhöht ist, also so hoch, dass er nicht erfüllbar ist.

Also angenommen man hat den Antrieb, dass man alles perfekt machen möchte, dann könnte das ein Grund sein, warum man mit seiner Produktion nicht rausgeht, weil sie der eigenen Meinung nach noch nicht stimmig ist. Oft vergleichen wir uns ja mit bereits sehr erfolgreichen Produzenten, und wenn wir selbst noch nicht dort sind, dann geben wir zu schnell auf. Also auch hier: Perfektion raus – Spaß rein – denn Manches wird erst gut, wenn wir es gut sein lassen.

Motivation

Abschließend: Haben Sie noch Tipps wie man seine Motivation im Alltag aufrecht halten kann, egal ob DJ oder nicht?

Im Prinzip sehr ähnlich: Menschen sind generell dann motiviert, wenn sie sich ihre eigenen Ziele setzen. Das Gute daran ist, dass wir Menschen grundsätzlich danach streben, besser zu werden. Wir sind dann motiviert, wenn wir uns unser eigenes Erfolgsbild ausmalen können. Deshalb ist es auch wichtig, dass wir uns unsere eigenen Täume und Visionen erschaffen. 

Es geht bei Motivation also vielmehr darum, dass wir unsere eigene Stärke erlangen und damit selbst Verantwortung und Lust für unser Tun bekommen. Und auch hier gilt: Jeden Tag eine Sache für seinen Erfolg zu tun ist viel hilfreicher, als sich permanent zu überfordern. In diesem Sinne: „Manchmal zeigt sich der Weg erst, wenn man ihn anfängt zu gehen“ (Paulo Coehlo).

Vielen herzlichen Dank für das tolle Interview!

PS: Hier könnte ihr mehr über Frau Swobodas Arbeit erfahren. 

Fotocredit: Unsplash

Zur Person

Magistra Regina Swoboda ist Leiterin des Instituts "mental erleben" in Wien und ist mehrfach diplomiert. Unter anderem ist sie ausgebildete Mentaltrainerin, Mentalcoach sowie zertifizierte Fachtrainerin in der Erwachsenenbildung und besitzt Expertise im Fachbereich "Burnout Prophylaxe" sowie "Resilienztraining". Abseits arbeitet die Mentaltrainerin eng mit Hirnforschern zusammen und ist oft bei Kongressen zu Gast.

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25.02.19 15:28