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Culture

Kommentar: Smartphones müssen mit zum Festival!

Kommentar: Smartphones müssen mit zum Festival!

Schon gewusst...?

DJ Felix Jaehn unterstützt seit mehr als zwei Jahren die Aktion eines deutschen Versicherers, wonach Schüler gewisse Stunden am Tag auf ihr Smartphone verzichten sollen, damit sie die Zeit lieber für ihre Freunde und das Lernen nutzen. Die Schüler, die das Smartphone am häufigsten weglegen, gewinnen ein Konzert mit dem DJ. Dem DJ ist die Aktion sehr wichtig, weil er, wie er sagt, manchmal selbst zu oft aufs Smartphone schaut.

Katrin

Katrin

Autorin | Roving Reporter

 

M:[email protected]


Immer wieder fordern Veranstalter und Künstler dazu auf, das Smartphone beim nächsten Konzert- oder Festivalbesuch zu Hause zu lassen und stattdessen den Moment zu genießen. Unsere Redakteurin Katrin findet: Nein. Das Smartphone muss mit. Warum? Das erklärt sie im Kommentar.

Smartphones sind ein Muss auf jedem Festival

Immer wieder werden Forderungen von Veranstaltern laut, das Smartphone beim Festivalbesuch zu Hause zu lassen und stattdessen den Moment zu genießen. Erst jüngst hat das Kölner Bootshaus seine Gäste dazu aufgefordert. Aber warum?

Das Smartphone lenkt ab. Es lenkt ab vom Wesentlichen, der Musik, dem Künstler, der Umgebung, den Mitfeiernden- und letztlich von uns selbst. So heißt es zumindest immer wieder. Aber: Smartphones zu verbannen, ist falsch. Und es löst auch nicht das Problem, wenn man es dann überhaupt eins nennen kann.

In bestimmten Generationen gehören Smartphones dazu, ähnlich wie der klassische Fotoapparat oder die Videokamera in anderen Generationen. Es ist nicht mehr wegzudenken.

Zwei Frauen mit Smartphones

Momente mit der Familie, Urlaube mit dem Partner, die Hochzeit der besten Freundin oder eben Festivals und Konzerte müssen auf dem Smartphone festgehalten werden, weil sie genauso wie etwa früher sogenannte Dias ein Stück unserer persönlichen Geschichte und unserer Erinnerung sind. Nur weil wir für einen gewissen Moment aufs Display schauen, heißt das nicht, dass wir etwas verpassen. Im Gegenteil. Wir entscheiden uns ja bewusst einen gewissen Moment zu fotografieren oder zu filmen.

Wir wollen nichts verpassen

Nicht das Smartphone lenkt uns davon ab uns fallen zu lassen, den Moment zu genießen. Es ist viel mehr der Gedanke daran, etwas zu verpassen. Die Angst, die Erinnerung an diesen einzigartigen Moment könnte verschwinden. Deswegen zücken wir das Smartphone, was gut, wichtig und richtig ist. Gerade auf Festivals gibt es von besonderen, einzigartigen Momenten eine Menge. Wenn der DJ plötzlich in die Crowd kommt, ist das so aufregend, dass der Griff zum Handy die logische Konsequenz ist. Das geglaubte Irreale wird festgehalten.

Smartphones auf Konzerten

Der Blick durch die Linse oder in dem Fall das Display, ist zwar niemals so schön, wie der Blick von Angesicht zu Angesicht. Klar. Aber der vergeht. Nach zwei Stunden oder bestenfalls drei Festivaltagen ist alles vorbei - zumindest in der Realität. Auf dem Smartphone ist dann noch alles da. So lang, bis wir es löschen. Oder vergessen haben, dass es da ist.

Oder bis wir einfach so viele neue Eindrücke in Bildern und Videos festgehalten haben, dass jedes einzelne verblasst. Aber die Gewissheit, das Foto immer wieder anschauen zu können, ist beruhigend. Irgendwie. Es ist schön, bereichernd und zaubert immer dann, wenn man es anschaut, ein Lächeln aufs Gesicht. 

Smartphone unterstützt die Erinnerung

Freunden von Festivals zu erzählen, ohne ihnen Videos oder Fotos zeigen zu können, wirkt, als wäre man nicht da gewesen. Zu sehr hat sich das in der Generation etabliert. Ob man auf diesen Zug aufspringt und Mitläufer ist, muss jeder für sich entscheiden. Die zu verurteilen, die es tun, ist aber falsch.

Das Smartphone kann zwar niemals die Erinnerung in unserem Kopf ersetzen, aber es kann zumindest unterstützen, sich an Momente durch Fotos länger zu erinnern - auch in vielen Jahren. Das ist wichtig und richtig und nicht zuletzt eine wunderbare Mögichkeit. Denn schon unsere Großeltern haben, wenn auch ein bisschen anders, Fotos in Alben geklebt, die wir uns heute gerne gemeinsam mit ihnen anschauen. Die Erinnerung wird wiederbelebt und das wäre ohne das Foto, wohl nicht so einfach möglich.

Credit: Rukes.com, Tomorrowland

Schon gewusst...?

DJ Felix Jaehn unterstützt seit mehr als zwei Jahren die Aktion eines deutschen Versicherers, wonach Schüler gewisse Stunden am Tag auf ihr Smartphone verzichten sollen, damit sie die Zeit lieber für ihre Freunde und das Lernen nutzen. Die Schüler, die das Smartphone am häufigsten weglegen, gewinnen ein Konzert mit dem DJ. Dem DJ ist die Aktion sehr wichtig, weil er, wie er sagt, manchmal selbst zu oft aufs Smartphone schaut.

Katrin

Katrin

Autorin | Roving Reporter

 

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22.05.18 19:45