Hannah Laing hat sich mit zwei Statements zur aktuellen Debatte um Vorwürfe in der Hard-Techno-Szene geäußert. Sie kündigte an, die betroffenen Artists aus ihren kommenden Line-ups zu entfernen. Kurz darauf teilte sie einen offenen Brief der „Women of Techno“, in dem die Branche zu klaren Prozessen, Konsequenz und verbindlichen Standards aufgefordert wird.
Hannah Laing meldet sich zu Wort
Während Festivals und Clubs weltweit ihre Line-ups neu sortieren, meldet sich auch Hannah Laing mit einem klaren Statement zu Wort und verbindet dabei konkrete Konsequenz mit einem größeren Anspruch an die Szene.
In einer ersten Instagram-Story schreibt die schottische DJ und Labelbetreiberin, sie wolle die jüngsten Vorwürfe innerhalb der elektronischen Musikcommunity „mit Sorgfalt und Verantwortung“ angehen. Zwar lägen nicht alle Fakten auf dem Tisch, dennoch nehme sie die Situation „äußerst ernst“. Die Konsequenz ist eindeutig: Hannah Laing will die betroffenen Artists aus ihren kommenden Line-ups entfernen. Gleichzeitig betont sie, dass die Sicherheit und das Wohlbefinden der Community für sie Priorität haben. Wer Unterstützung braucht oder betroffen ist, soll sich an Organisationen wenden. Sie verlinkt dabei auch @metoodjs.
Kurz darauf teilt Hannah Laing den offenen Brief „We are the women of techno“, der sich an die Entscheidungsträger der Szene richtet – von Promotern über Agenturen bis zu Labels. Darin heißt es, dass es nicht um „Empörung“, „Cancel Culture“ oder eine „Hexenjagd“ gehe, sondern um eine Zukunft, in der Techno ein Raum der Freude und Sicherheit bleibt und in der Menschen, die anderen schaden, nicht länger still geschützt werden. Der Brief argumentiert außerdem, dass Rechenschaftspflicht Techno nicht schwächt, sondern stärkt, und dass es genügend Talent gibt, um frei werdende Slots zu füllen.
Konkret fordert das Schreiben klare Regelungen: Künstler, gegen die glaubwürdige, schwere Vorwürfe erhoben wurden, sollen während laufender Untersuchungen nicht weiter gebucht werden. Es brauche transparente und öffentlich kommunizierte Verfahren zum Umgang mit Anschuldigungen. Außerdem werden verbindliche Standards wie Consent- und Bystander-Trainings für Teams, Verantwortliche und Künstler genannt. Unterzeichnet ist der Brief von zahlreichen Künstlerinnen.
Fotocredit: Bex Day

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




