Mitten in der eskalierenden Debatte um schwere Vorwürfe in der Hard-Techno-Szene hat sich FANTASM mit einem Statement zu Wort gemeldet. Der DJ weist die Anschuldigungen gegen seine Person entschieden zurück und sagt, er würde seit Jahren rechtlich dagegen vorgehen. Gleichzeitig greift er den ehemaligen Steer-Mitarbeiter Brad scharf an und warnt vor Online-Prangern sowie Dynamiken der Cancel Culture.
FANTASM nennt Brad als Auslöser und erhebt selbst schwere Vorwürfe
In seinem Video stellt sich FANTASM als jemand dar, der „Antworten“ geben will, da die Szene seiner Meinung nach „durchdreht“ und vieles ungeklärt ist. Als zentralen Treiber der aktuellen Dynamik nennt er Brad, der laut FANTASM kürzlich aus der Agency Steer „rausgeworfen“ worden sei.
Zudem behauptet FANTASM, gegen Brad selbst gebe es Anschuldigungen „von mehreren Frauen“ und wirft ihm vor, aktuell eine Grenze zu überschreiten. Er spricht von „Verleumdung“ und sagt, dass man auch in Ländern mit freier Meinungsäußerung keine Lügen verbreiten oder „Morddrohungen“ gegen Personen richten dürfe, „denen rechtlich nichts vorzuwerfen ist“. Das sind schwere Vorwürfe, doch Belege oder Details nennt er in seinem Statement nicht.
Kritik an Cancel Culture
FANTASM zeichnet ein Bild von Panik und „Gewissensreinigung“ in der Szene: Viele würden seiner Meinung nach gerade reflexhaft handeln und damit eine Logik der Cancel Culture bestätigen. Sein zentraler Punkt: Wenn „Schlamm auf alle“ geworfen wird, geht der Blick auf das Wesentliche verloren und Betroffene werden am Ende eher zum Schweigen gebracht.
Es reiche nicht aus, Menschen öffentlich anzugreifen, sagt er. Stattdessen müsse es darum gehen, Betroffene dabei zu unterstützen, einen juristischen Weg zu gehen: „Den Opfern helfen, einen Gerichtsprozess auf den Weg zu bringen“, damit sie etwas haben, womit sie sich sicher fühlen. Das ist sein argumentatives Gegenmodell zur Eskalation in den sozialen Medien.
„Ich habe nie etwas getan“
In der zweiten Hälfte des Videos wird FANTASM persönlich: Er sagt wörtlich sinngemäß, er habe „nie etwas getan“, und betont, dass er seit drei Jahren rechtlich gegen Personen vorgehe, die über ihn gesprochen hätten. Er beschreibt dies als Dilemma: Es sei schwer, Menschen zu überzeugen, wenn man „nichts getan“ habe, aber trotzdem derjenige ist, der juristisch aktiv wird.
Am deutlichsten wird er am Ende:
- Er bestreitet, jemals jemanden ohne Zustimmung „benutzt“ zu haben.
- Er erklärt, alle Anschuldigungen seien falsch.
- Er weist den Vorwurf, ein Pädophiler zu sein, ausdrücklich zurück.
Wörtlich sagt er: „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich niemals jemanden ohne dessen Einwilligung benutze. Alle Anschuldigungen sind falsch. Ich bin kein Pädophiler und bin nur hier, um die Wahrheit zu verbreiten und durch meine Musik Leidenschaft zu zeigen.“ Damit setzt er auf eine Totalabwehr und kündigt zudem an, weiterhin Shows zu spielen: „Ich möchte nur sagen, dass ich euch alle liebe und euch bei den kommenden Shows sehen werde.“
Was an dem Statement auffällt – und was offen bleibt
Auffällig ist vor allem die Stoßrichtung: FANTASM verknüpft seine Zurückweisung der Vorwürfe mit einer grundsätzlichen Kritik an den Dynamiken in den sozialen Medien und den sogenannten „Instagram-Gerichten“ – und stellt Brad als zentralen Akteur der aktuellen Eskalation dar. Gleichzeitig bleibt sein Statement an den entscheidenden Stellen unscharf: Er nennt weder überprüfbare Details zu den von ihm erwähnten rechtlichen Schritten, noch lässt er konkrete Punkte, die sich anhand des Videos nachvollziehen lassen, erkennen. Unterm Strich steht eine klare Botschaft („unschuldig“, „juristisch aktiv“, „pro Wahrheit“) – wie belastbar diese ist, lässt sich allein aus dem Statement nicht verifizieren.
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Fotocredit: Brada Media / Press Pic

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




