Dr Phunk erklärt in einem persönlichen Statement, warum es zuletzt ruhig um ihn geworden ist. Gallensteine und wiederkehrende Schmerzattacken schränken seinen Alltag massiv ein. Die erzwungene Pause hat auch seinen Blick auf die Musikbranche verändert.
Dr Phunk spricht über seine Erkrankung und die Schattenseiten des Tourlebens
An Heiligabend 2025 ging für Dr Phunk nichts mehr. Nach stundenlangen heftigen Bauchschmerzen, Erbrechen und kalten Schweißausbrüchen musste er in die Notaufnahme. Die Schmerzen seien so stark gewesen, dass er Morphin benötigt habe, berichtet der DJ und Produzent auf Instagram. Eine Ultraschalluntersuchung brachte schließlich die Erklärung: Gallensteine.
Mit seinem Statement macht Dr Phunk nun öffentlich, warum er sich zuletzt zurückgezogen hat. Bereits 2024 habe er einen schweren körperlichen Burnout erlebt. Nachdem sich sein Zustand zunächst zu stabilisieren schien, folgten die Beschwerden, die seinen Alltag bis heute bestimmen.
Seitdem hat er nach eigenen Angaben 23 Kilogramm verloren. Fetthaltige Lebensmittel könne er kaum noch essen, ohne eine weitere Schmerzattacke zu riskieren. Die stark eingeschränkte Ernährung, fehlende Nährstoffe und Energie sowie die Gefahr plötzlich auftretender Attacken machten Reisen und Tourneen derzeit unmöglich.
Auch die Belastung durch seinen Beruf beschäftigt ihn. Seinen Ärzten zufolge könnte der jahrelange Stress als international tourender DJ zu seinen gesundheitlichen Problemen beigetragen haben. Zwei Jahrzehnte mit vollen Terminkalendern, Jetlag, Flügen und ständiger Abwesenheit von zu Hause hinterließen irgendwann Spuren, schreibt er.
„Viel Musik berührt mich einfach nicht mehr“
Die erzwungene Pause hat allerdings nicht nur seinen Alltag verändert. Sie hat ihn auch darüber nachdenken lassen, was ihm in der Musikbranche inzwischen fehlt. Aus seiner Sicht werde Qualität häufig durch Quantität ersetzt. Reichweite, Viralität, Image und Hype seien wichtiger geworden als künstlerisches Können, Erfahrung und Beständigkeit.
„Viel Musik berührt mich einfach nicht mehr“, räumt Dr Phunk ein. Er könne sich durch Playlists hören, ohne sich anschließend an einen einzigen Track zu erinnern. Neue Musik werde so schnell konsumiert, dass die Aufmerksamkeit oft schon am nächsten Tag wieder woanders liege.
Was er vermisst, beschreibt er mit Erinnerungen, die viele Musikfans teilen dürften: Poster an den Wänden, den Kauf von CDs und Vinyl, die Vorfreude auf eine Veröffentlichung. Und Platten, die einen über Jahre begleiten. Ihm fehle diese Verbindung zur Musik, schreibt er.
Sein Beitrag sei jedoch kein Angriff auf andere. Jeder könne die Musik machen und die Werte vertreten, hinter denen er stehe. Für ihn selbst habe sich trotz aller Zweifel etwas Entscheidendes nicht verändert: „Ich liebe es immer noch, Musik zu machen.“
Dr Phunk hofft auf Besserung durch die Operation
Für den 29. September hat Dr Phunk eine Operation zur Entfernung seiner Gallenblase angekündigt. Danach hofft er, sich erholen, wieder Kraft sammeln und langsam zu dem zurückkehren zu können, was er liebt. Wann er wieder auftreten kann, lässt er offen. Seine Priorität formuliert er klar: „Für den Moment steht die Gesundheit an erster Stelle.“
Fotocredit: Press Pic

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




