Der Account @bradnolimit, der die Debatte um Vorwürfe in der Hard-Techno-Szene maßgeblich ins Rollen brachte, hat ein Statement veröffentlicht. Darin beschreibt Brad, warum er an die Öffentlichkeit gegangen ist, wie er mit Einsendungen umgeht und warum Zeugenaussagen aus seiner Sicht an MeTooDJs gehören.
Brad (bradnolimit) veröffentlicht Statement
Brad schreibt, er habe Steer vor einigen Monaten verlassen, da die Situation seine mentale Gesundheit belastet habe. Zwar habe er – wie viele in der Szene – Gerüchte über Management und Artists lange gehört, betont aber: Er habe nicht jahrelang auf Beweisen „gesessen“, weil er damals keine gehabt habe. Sein eigener Auslöser sei, so Brad, ein Angriff auf ihn gewesen. Als er Ziel einer Schmutzkampagne geworden sei, habe er reagiert und gesprochen. Anfangs aus Wut, wie er selbst einräumt.
Was danach passiert sei, habe ihn überrascht: Innerhalb weniger Tage seien hunderte Nachrichten, Screenshots, Gespräche und detaillierte Aussagen eingegangen. Laut Brad wurde schnell klar, dass viele nur auf den richtigen Moment gewartet hätten, um zu sprechen. Er habe dieses Bedürfnis nicht erzeugt, es sei schon da gewesen.
Gleichzeitig grenzt er sich von bestimmten Rollen ab: Er sei kein Held, kein Journalist und auch kein Ermittler. Er sei eine Person, die eine Tür geöffnet habe. Er werde nicht „zufällig“ Menschen öffentlich zum Ziel machen, nur weil das gefordert werde. Posts seien nicht auf Basis „einer zufälligen DM“ entstanden, sondern erst, wenn mehrere Quellen übereinstimmten und unterstützendes Material Konsistenz herstellte. Einige Fälle habe er nach eigener Aussage noch gar nicht geöffnet und anderes werde er nicht öffentlich machen.
Über MeTooDJs
Einen zentralen Teil widmet Brad der Seite MeTooDJs. Er erklärt, die Plattform sei von einem Kollektiv aufgebaut worden, das sich bereits vor der aktuellen Eskalation mit dem Thema befasst habe. Als die Aussagen „geflutet“ kamen, habe es einen strukturierten Prozess gebraucht – mit Therapeuten, juristischen Profis und Journalisten. Er unterstütze diese Arbeit und vertraue dem Team, betont aber: Er betreibe die Seite nicht und spreche nicht für sie. Seine klare Ansage: Betroffene sollen ihre Belege und Zeugenaussagen dorthin schicken – nicht in seine DMs.
Ton, Kritik und Ansage Richtung FANTASM
Brad räumt zudem ein, dass sein Ton teils „zu direkt“ gewesen sei, und gibt zu, dass er in Echtzeit lerne. Gleichzeitig fordert er dazu auf, „unperfekte Überbringungen“ nicht mit falscher Absicht zu verwechseln.
Außerdem bezieht er sich auf einen Künstler, der ein Video veröffentlicht habe, um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken – offensichtlich ist der jüngste FANTASM-Clip gemeint. Brad kündigt an, daraus kein öffentliches Hin und Her zu machen und nicht an einem Spektakel teilzunehmen, bei dem es nur darum geht, wer schlechter aussieht. Sein Schlusspunkt ist programmatisch: Er handle in eigenem Namen und sei nicht hier, um gemocht zu werden, sondern weil in der Szene zu lange geschwiegen wurde und Verantwortlichkeit überfällig sei.
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Fotocredit: Symbolbild (KI-generiert)

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




