Rosalía hat bei den BRIT Awards ihren Track „Berghain“ live auf die große TV-Bühne gebracht und dabei Björk direkt mit auf die Bühne geholt. Erst wirkt alles wie präzise durchinszeniertes Pop-Drama, dann kippt der Auftritt in einen Peak-Time-Techno-Moment, der sich plötzlich wie ein Rave anfühlt.
Eine Performance, die bewusst nicht „Awardshow-normal“ wirkt
„Berghain“ ist kein typischer Awardshow-Auftritt. Der Song arbeitet mit Brüchen statt mit klassischer Hook-Dramaturgie und wirkt stellenweise fast wie ein Stück, das sich gegen die üblichen TV-Regeln stemmt: weniger „Hit abfeuern“, mehr Spannung aufbauen. Rosalía zieht das kontrolliert durch. Nach gut eineinhalb Minuten gehört die Bühne Björk – und genau da bekommt der Auftritt eine andere Textur. Ihr Part wirkt nicht wie Deko für den Moment, sondern wie ein echter Kontrast: kantiger, organischer, weniger glatt.
Der Titel an sich ruft natürlich sofort Bilder hervor. Club als Ritual, Körperraum, Kollektiv, Härte. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Aussage über den realen Club, sondern um ein popkulturelles Symbol, mit dem Rosalía den Mainstream erreicht. Und zwar so, dass es auch ohne Szenewissen sofort verstanden wird.
Der Moment, der alles dreht
Der stärkste Effekt sitzt schließlich ganz hinten. Nach dem Aufbau und dem Björk-Part kippt die Performance in ein techno-getriebenes Finale. Plötzlich wirkt das Ganze weniger wie TV und mehr wie Peak Time: kollektiver, körperlicher, kompromissloser. Verantwortlich dafür ist Conrad Taylor, der den Techno Remix zu „Berghain“ produziert und die Performance online gefeiert hat. Offiziell releast ist der Remix noch nicht, aber spätestens nach diesem Auftritt wäre das naheliegend.
Kurz zum Rest des Abends
Am Rande noch der Blick auf die elektronischen Gewinner der Brit Awards 2026: Fred again.., Skepta und PlaqueBoyMax gewannen den BRIT Award als bester Dance Act, mussten sich bei „Song of the Year“ allerdings gegen Sam Fender und Olivia Deans „Rein Me In“ geschlagen geben. PinkPantheress wurde als Producer of the Year ausgezeichnet. Für andere Dance-Acts blieb es dagegen bei Nominierungen. Calvin Harris und Clementine Douglas sowie Chrystal und Notion standen ebenfalls in der Kategorie „Song of the Year” zur Wahl, gingen am Ende aber leer aus. In der Kategorie „Best Dance Act” mussten sich außerdem FKA twigs, Sammy Virji, PinkPantheress und erneut Calvin Harris und Clementine Douglas geschlagen geben. In der Kategorie „Artist of the Year“ gewann Olivia Dean unter anderem gegen Fred again.. und PinkPantheress.
Fotocredit: Noah Dillon / Press Pic

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de





