Amelie Lens stand während ihrer zweiten Schwangerschaft gleich an beiden Tomorrowland-Wochenenden hinter den Decks. Dafür hat sie ihren Tourplan, die Technik in der DJ-Booth und selbst ihre Bewegungen angepasst.
Acht Stunden Schlaf sind für Amelie Lens heilig
Springen gehört bei Amelie Lens normalerweise fest zu ihren Auftritten. Beim Tomorrowland blieb die Belgierin diesmal bewusst mit beiden Füßen auf dem Boden. Lens erwartet ihre zweite Tochter und hat ihre Festivalshows an die Schwangerschaft angepasst – vom Schlafplan bis zum Schallpegel in der DJ-Booth.
Kurz vor ihrem Closing-Set auf der Freedom Stage sprach die 36-Jährige darüber, warum sie weiterhin auftritt. Sie fühle sich gut und empfinde es als stärkend, ihren Beruf auch während der Schwangerschaft ausüben zu können. Gleichzeitig mache ihr Körper die Regeln. Nachdem Lens von ihrer Schwangerschaft erfahren hatte, wurde ihr Tourplan umgehend angepasst. Acht Stunden Schlaf pro Nacht seien für sie unverzichtbar. Ihr Körper sei schließlich das Zuhause ihres Babys und habe deshalb immer Vorrang.
Auch während der Auftritte achtet die Belgierin stärker auf die Signale ihres Körpers. Bei einem früheren Set habe sie gemerkt, dass das für sie typische Springen nicht mehr funktioniere. Seitdem bewegt sie sich ruhiger und lässt ihre Füße auf dem Boden. Mit Armen und Kopf gebe sie dafür weiterhin alles. Lens möchte damit auch zeigen, dass Schwangerschaft und Beruf einander nicht grundsätzlich ausschließen müssen. Entscheidend sei, auf den eigenen Körper zu hören und die persönlichen Grenzen zu respektieren.
„Arbeiten und schwanger sein: Ich finde es wichtig zu zeigen, dass wir Frauen das schaffen können. Man sollte seine Träume nicht aufgeben, solange der Körper es zulässt.“
Eigene Monitore und ein Dezibelmesser
Die deutlichsten Veränderungen betreffen die Technik in der DJ-Booth. Lens verwendet eigene Monitore, mit denen sie den Schall des Publikums weitgehend ausblenden kann. Den Mix kontrolliert sie vollständig über ihre Kopfhörer. Dort kann sie zwischen dem Signal, das sie selbst hört, und dem Sound für das Publikum wechseln. Zusätzlich hat die DJ während ihrer Sets immer einen Dezibelmesser griffbereit, um die Lautstärke kontrollieren zu können.
Beim Tomorrowland stand Lens gleich an beiden Wochenenden auf der Bühne. Zunächst schloss sie die Atmosphere Stage, eine Woche später präsentierte sie ihre aufwendige „Aura“-Show als letzten Act auf der Freedom Stage.
Tomorrowland-Closing im Zeichen von „AURA“
Für den Auftritt in der Freedom Stage war Lens mit einem eigenen Technikteam angereist. Die beweglichen Bildschirme unter der Decke wurden vollständig in die audiovisuelle Show eingebunden, die zugleich einen Vorgeschmack auf ihr erstes Album gab.
„AURA“ erscheint am 4. September über ihr eigenes Label EXHALE und umfasst elf Tracks. Einen Tag später präsentiert Lens das Album mit einer besonderen Show vor dem Königlichen Museum der Schönen Künste in ihrer Heimatstadt Antwerpen.
Dass ihr Debütalbum erst zehn Jahre nach ihrer ersten Veröffentlichung erscheint, ist für sie kein Zufall. Früher habe sie sich dafür noch nicht bereit gefühlt. Inzwischen passe alles zusammen – ihre Musik, die neue Show und ihr Leben als Künstlerin und Mutter.
Fotocredit: Tomorrowland

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




