Sober Sensation: Feiern gehen, ohne Alkohol zu trinken!

Sober Sensation: Feiern gehen, ohne Alkohol zu trinken!

Gerade die Weihnachtszeit wird oft mit Alkohol in Verbindung gebracht. Hier ein Punsch, da ein Eierlikör und am Wochenende wird zusätzlich noch gefeiert. Was aber, wenn man mal den Spieß umdreht und ohne Alkohol feiern geht? Wie das funktioniert, hat uns Gideon, der Gründer des Partylabels Sober Sensation, im Interview verraten.

Sober Sensation im Exklusiv-Interview

Das Eventlabel Sober Sensation gibt es nun schon seit zwei Jahren. Es wurde in Berlin von Gideon, der auch als DJ tätig ist, gegründet. Seit diesem Zeitpunkt setzt das vier Mann starke Team immer wieder Events in unterschiedlichen Destinationen unter dem Schirm der „Healthy Lifestyle“ Bewegung um und ersetzt Vodka und Co. durch Smoothies. Wie man auf die Idee kommt solch ein Label zu gründen und welche Sinne bei Sober Sensation angesprochen werden, erfahrt ihr im Interview.

Hey Gideon, gleich mal vorweg, wie kommt man auf die Idee ein Partylabel zu gründen, das keinen Alkohol ausgibt und so unkonventionell ist?

Das ist eine lange Geschichte, aber eigentlich ist mir die Idee schon mit 16 Jahren gekommen. Ich war als DJ unterwegs und habe auf einigen Geburtstagsfeiern und Abi-Parties aufgelegt. Mit 17 Jahren habe ich auf einer türkischen Geburtstagsfeier gespielt. Zu diesem Zeitpunkt war damals Ramadan, das heißt, es wurde kein Alkohol ausgeschenkt. Da hatte ich mich anfangs gewundert, wie eine Party ganz ohne alkoholischen Getränken funktionieren soll und war skeptisch. Deshalb habe ich versucht verschiedene Dinge zu organisieren, damit etwas Stimmung aufkommt. Schlussendlich war die Atmosphäre richtig interessant, es hat alles einwandfrei geklappt – die Leute haben sogar mehr getanzt, als auf normalen Parties.

Gabe es sonst noch einen Grund für dich, das Label zu gründen?

Ja. Mich hat noch ein weiterer Moment darin bestärkt, das Label zu gründen: Als ich mit 20 Jahren nach Berlin gezogen bin, war ich viel in der Underground-Technoszene unterwegs und habe da Einiges gesehen. Bei einer Party wurde dann alles viel zu krass. Deshalb habe ich vor zwei Jahren (2016) die erste Sober Sensation Party in Berlin gegeben.

Wie kann man sich ein Event bei Sober Sensation so vorstellen?

Unser Event findet, im Gegensatz zu anderen Events, unter der Woche statt und nicht am Wochenende. Ehrlich gesagt, habe ich einfach ganz viele Sachen, die mich selbst beim Ausgehen genervt haben, bei Sober Sensation anders gemacht. Ich habe sozusagen ein paar Dinge auf den Kopf gestellt.

Sober Sensation

Sober Sensation spricht alle Sinne an

 

Wie meinst du das genau?

Eben beispielsweise, dass man bei uns unter der Woche ausgehen kann und die Events schon um 18 Uhr losgehen und gegen 24 Uhr Schluss ist. Außerdem gibt’s bei uns keine Türsteher – wir holen die Leute lieber herzlich ab und heißen jedermann willkommen. Ab 18:30 starten wir dann mit dem Dinner, bei dem es ein Drei-Gänge-Menü gibt. Das machen wir vorwiegend in Berlin. Alle sitzen an einem Tisch und dazu gibt es auch noch Live-Musik von unterschiedlichen Artists – dadurch wird die Stimmung ganz entspannt. Ab 20 Uhr werden die Tische weg geräumt , damit man tanzen kann. Der erste DJ legt dann auch schon auf, wobei jede Stunde jemand anderes hinter den Turntables steht.

Und was macht Sober Sensation noch aus?

Insgesamt würde ich sagen, dass „Sober Sensation“ ein Event für alle Sinne ist. Wir versuchen durch das Essen, die Getränke, verschiedene Düfte und Sounds Leute anzusprechen. Abseits versuchen wir unseren Gästen auch immer etwas Neues zu bieten. Erst vor ein paar Wochen haben wir einen Beatboxer und Zirkus-Artisten engagiert. Niemand soll merken, dass etwas fehlt, beziehungsweise, dass wir Alkohol ausklammern.

Womit werden eure Gäste dann an Stelle von Alkohol verwöhnt?

Bei uns gibt’s gesunde Smoothies, Mocktails, Ingwershots und vieles Mehr. Das ist natürlich alles etwas aufwendiger zum Vorbereiten, auch aufgrund der Qualität der Produkte, aber dafür steht Sober Sensation nun mal.

Sober Sensation

 

Merkst du bei deinen Parties, dass das „Healthy Lifestyle“ Konzept gut bei den Gästen ankommt?

Persönlich habe ich gemerkt, dass vor zwei Jahren genau der richtige Zeitpunkt war, um dieses Label zu starten. Vor fünf bis sechs Jahren wäre das alles ein bisschen schwieriger gewesen. Da es jetzt aber unzählige Fitness- und Ernährungsbewegungen gibt, passt unser Event da sehr gut hinein.

An sich habt ihr in Berlin ja große Konkurrenz, was Partylabels und so anbelangt. Wie geht ihr mit Konkurrenz um?

Ich würde sagen, wir sind relativ autark und provokant in Berlin, eben, weil Sober Sensation ganz anders ist.

 

Glaubst du, dass es mehr Labels wie Sober Sensation geben sollte – beziehungsweise ein Umdenken in der Clubszene nötig wäre, gerade, wenn es um Alkohol geht?

Ja, ich denke schon. Ich glaube auch, dass Sober Sensation ein Trendsetter in diesem Bereich ist. Mit der Zeit wird sich dieses „Healthy Lifestyle“ -Konzept sicherlich noch weiterentwickeln und es wird auch mehr solcher Events geben. Ich merke, dass vor allem bei jungen Menschen ein Umdenken in Bezug auf Alkohol und Co. stattgefunden hat. Viele trinken weniger, als das zum Beispiel noch bei mir der Fall war.

Meine letzte Frage: Wo kann man euch finden, wenn man mal eine Sober Sensation Party ausprobieren möchte?

Also wir sind natürlich auf Instagram und Facebook und haben ebenfalls eine eigene Website, auf der unser Event-Timetable zu finden ist. Wir haben vor zu expandieren. So viel sei verraten: Vielleicht geht es schon sehr bald für Sober Sensation nach Amsterdam oder Island. Wir bleiben jedenfalls immer offen und flexibel.

Das klingt spannend – vielen Dank für das Gespräch Gideon!

Credit: Unsplash, Sober Sensation@Instagram

Wusstest du schon...!?

Es gibt viele Varianten Party zu machen, einer der neuesten Trends heißt „Concious Clubbing“ – dabei wird auf spirituelle Art und Weise gefeiert. In diesem Sinne heißt es dann wohl „Ommm“ im Club.


Marie Kaltenegger

Marie Kaltenegger