Ultra Taiwan im Jahr 2018
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Road to Ultra Taiwan: Warum dort ein Festival stattfinden konnte

Road to Ultra Taiwan: Warum dort ein Festival stattfinden konnte

2003 hart getroffen

Taiwan hat die Ausbreitung des Coronavirus von Anfang an verhindert und befindet sich heute in einer grundlegend anderen Situation als zum Beispiel Deutschland. Während der ersten Sars-Epidemie 2003 hatte es Taiwan aber kalt erwischt und war eines der am stärksten betroffenen Länder. Daraufhin stellte man sein Krisenreaktionssystem neu auf und Notfallpläne für genau so einen Fall, wie das aktuelle Coronavirus, lagen bereit.

Franz

Franz

stellv. Redaktionsleiter

 

M:[email protected]


Vor wenigen Stunden spielte Alesso seinen letzten Song auf der Stage des Road to Ultra Festivals in Taiwan und beendete damit das Event. Es war das erste größere Festival seit vielen Monaten und zeigt, dass mit viel Einigkeit und Beharrlichkeit auch so etwas zurzeit möglich ist. Aber was hat Taiwan anders gemacht?

Taiwan hat die Corona-Pandemie voll unter Kontrolle

Eine Veranstaltung mit hunderten oder gar tausenden Menschen, die ohne Abstand ausgelassen feiern? Das ist bei uns im Moment undenkbar, doch nicht in Taiwan. Dort fand am Samstag das erste größere Festival statt, auf dem unter anderem Kayzo, Vini Vici, Slander und Alesso aufgetreten sind. Aber warum war das Road to Ultra Festival inmitten einer Pandemie möglich?

Ganz einfach: Nicht mal 600 Ansteckungen verzeichnete das 23 Millionen Einwohner starke Land bislang – nicht täglich, sondern insgesamt. Seit April gab es keine inländischen Infektionen mehr, sondern nur noch von außen mitgebrachte Fälle. Es waren in den vergangenen Monaten auch keine Lockdowns nötig, das Leben ging für die meisten völlig normal weiter.

Das liegt vor allem an der frühen Reaktion von Taiwans Behörden. Schon ab dem 31. Dezember 2019 war man alarmiert und kontrollierte Passagiere aus Wuhan. Noch bevor die Weltgesundheitsorganisation Ende Januar dieses Jahres den Notstand erklärte, aktivierte das Land sein Krisenzentrum.

Taiwans Erfolgsrezept gegen Corona

Oft heißt es, Taiwan falle es als Insel leicht, das Virus draußen zu halten. Doch so einfach kann man das nicht sagen. In der Tat hat das Land keine Grenzpendler, noch ist es Mitglied in einer Gemeinschaft wie der EU. Allerdings sind Inselstaaten nicht per se besser gewappnet, wie etwa Großbritannien oder die Philippinen zeigen.

Taiwans Erfolgsrezept war folgendes: Ebenso wie Kontaktpersonen von Infizierten muss jeder Einreisende in Quarantäne, meist für 14 Tage. Damit man keinen Fuß vor die Tür setzt, wird das Mobiltelefon während dieser Zeit per Funkzellenortung überwacht. Einfach abschalten funktioniert nicht, da bei einem nicht beantworteten Kontrollanruf sofort jemand an der Tür steht. Datenschutzrechtlich ist das Ganze zwar bedenklich, jedoch konnten so viele Menschenleben gerettet werden und machten nun das Road to Ultra Taiwan möglich.

Strenge Vorschriften, um feiern zu dürfen

Damit das Event aber reibungslos ablaufen konnte, waren auch hier strenge Regeln und Vorschriften nötig. So musste jeder Besucher des Road to Ultra Taiwan seine Kontakt- und Anreiseinformationen hinterlegen. Vor dem Betreten des Festival-Geländes wurde die Körpertemperatur gemessen und beim Eintritt mussten Masken getragen und Hände desinfiziert werden.

Des Weiteren mussten alle Teilnehmer, also zum Beispiel auch DJs, Bühnenbauer oder Tontechniker, die von außerhalb Taiwans anreisten, die Quarantänemaßnahmen und -bestimmungen Taiwans befolgen – heißt unter anderem 14 Tage Quarantäne.

Das war musikalisch beim Road to Ultra Taiwan geboten

Schlussendlich war das Event ein großer Erfolg und einiges durften wir sogar live miterleben – die Sets von Kayzo, Vini Vici, Slander und Alesso wurden nämlich live gestreamt. Letztgenannter hatte auch brandneue Musik mit im Gepäck.

Wer hingegen auf Dubstep und Trap steht, sollte in die Sets von Kayzo und Slander hören. Psy Trance-Fans hingegen sind bei Vini Vici genau richtig.

Fotocredits: Rukes

2003 hart getroffen

Taiwan hat die Ausbreitung des Coronavirus von Anfang an verhindert und befindet sich heute in einer grundlegend anderen Situation als zum Beispiel Deutschland. Während der ersten Sars-Epidemie 2003 hatte es Taiwan aber kalt erwischt und war eines der am stärksten betroffenen Länder. Daraufhin stellte man sein Krisenreaktionssystem neu auf und Notfallpläne für genau so einen Fall, wie das aktuelle Coronavirus, lagen bereit.

Franz

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14.11.20 18:20