Nach der Absage der Defqon.1 rückt das Thema Hitzeschutz bei Festivals noch stärker in den Fokus. Auf Anfrage von DJ Mag Germany und in einem öffentlichen Instagram-Statement erklärt Open Beatz, welche Maßnahmen für extreme Temperaturen vorbereitet sind und wann auch Einschränkungen denkbar wären.
Open Beatz reagiert auf Fragen aus der Community
Die Absage der Defqon.1 hat der europäischen Festivalszene noch einmal brutal vor Augen geführt, wie ernst Veranstalter extreme Wetterlagen inzwischen nehmen müssen. Was früher als unangenehme Begleiterscheinung eines Sommerwochenendes galt, kann heute über Einlass, Set-Times oder im schlimmsten Fall über eine komplette Absage entscheiden.
Auch das Open Beatz Festival beschäftigt sich intensiv mit möglichen Hitzeperioden. Auf Anfrage von DJ Mag Germany teilt das Festival mit, man bereite sich „gemeinsam mit den zuständigen Behörden, Rettungsdiensten und weiteren Partnern intensiv auf mögliche Hitzeperioden“ vor. Die Maßnahmen würden laufend an die Wetterlage angepasst.
Kurz darauf wandte sich das Open Beatz auch öffentlich an die eigene Community. In einem ausführlichen Statement erklärte das Festival, man habe die Absagen anderer Events am Vortag natürlich mitbekommen und bereits zahlreiche Nachrichten von Besuchern erhalten. Deshalb wolle man frühzeitig transparent machen, welche Maßnahmen ohnehin vorgesehen sind und welche zusätzlichen Schritte bei extremer Hitze greifen würden.
Wasser, Schatten und Rückzugsorte
Ein zentraler Punkt ist die Wasserversorgung. Open Beatz verweist auf vier Trinkwasserstationen an den Sanitäranlagen, die es bereits im vergangenen Jahr gegeben habe. Neu dazu komme in diesem Jahr eine weitere große Trinkwasserstation der Herzo Werke.
Auch Schattenflächen sollen eine wichtige Rolle spielen. Genannt werden unter anderem Bereiche an der Food Area, bei der Lunaria-Area und an den Stonelands. Dort gebe es Stretch-Zelte und Schirme, die laut Open Beatz bereits aufgestockt wurden oder noch weiter ergänzt werden. Hinzu kommen die drei Waldstages, die natürlichen Schatten und kühlere Rückzugsorte bieten.
Für die Mainstages sind Holzböden vorgesehen. Diese sollen nicht nur bei Regen gegen Matsch helfen, sondern bei Hitze auch die Staubentwicklung reduzieren. Außerdem gibt es Sprühnebelstationen auf dem Gelände sowie Wassershooter an der Mainstage. Mit Lunaria verweist das Festival zudem auf eine Well-being-Area, die als Ruhebereich zum Runterkommen dienen soll.
Zusätzliche Maßnahmen bei extremer Hitze
Sollte es tatsächlich zu extremer Hitze kommen, will Open Beatz weitere Maßnahmen aktivieren. Dazu zählen reduzierte Wasserpreise an den Bars bis in die frühen Abendstunden, die Bewässerung von Flächen ohne Holzboden, kostenlose Wasserausgaben an besonders belasteten Wartebereichen und zusätzliche Abkühlung durch die Feuerwehr. Zudem prüft Open Beatz die Verteilung kostenloser Strohhüte und kündigt an, das Sanitätspersonal bei extremer Hitze aufzustocken.
„Wir sorgen vor, wir haben das im Griff und wir werden euch, wenn es zu einem solchen Ereignis kommen sollte, rechtzeitig informieren“, heißt es sinngemäß im Statement an die Community.
Keine Überfüllung als Teil des Sicherheitskonzepts
Ein besonders wichtiger Punkt ist die Auslastung des Geländes. Open Beatz betont, man werde „niemals zu viele Tickets verkaufen“, sodass das Gelände völlig überfüllt sei. Die Ressourcen seien auf eine bestimmte Besucherzahl ausgelegt – von Toiletten über sanitäre Anlagen bis hin zur allgemeinen Infrastruktur.
Auch in der Antwort an DJ Mag Germany hebt das Festival diesen Punkt hervor. „Eine angemessene Besucherzahl trägt wesentlich dazu bei, dass sich die Menschen besser auf dem Gelände verteilen können“, heißt es. Dadurch könnten Infrastruktur, Versorgungsangebote und Schattenflächen besser genutzt werden.
Späterer Festivalstart wäre möglich
Eine Absage wäre für Open Beatz nicht der erste Schritt. Zwar habe die Sicherheit aller Beteiligten jederzeit oberste Priorität, gleichzeitig wolle man zunächst Lösungen finden, damit das Festival stattfinden könne, wenn dies sicher möglich sei. „Eine Absage ist für uns nicht der erste Schritt“, teilt das Festival auf Anfrage von DJ Mag Germany mit. Sollte es zu außergewöhnlichen Wetterlagen kommen, würden zunächst gemeinsam mit den Behörden geeignete Maßnahmen geprüft und umgesetzt.
Bei extremen Temperaturen wäre demnach auch eine Anpassung des Ablaufs denkbar. Open Beatz nennt als Beispiel eine mögliche Verlegung des Veranstaltungsbeginns in die Abendstunden. Solche Entscheidungen würden immer auf Basis der tatsächlichen Wetterlage und in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden getroffen.
Damit zeigt sich: Nach der Defqon.1-Absage dürfte sich kaum ein Festivalveranstalter mehr auf Standardmaßnahmen verlassen können. Wasserstellen, Schatten, Sanitätskonzepte, flexible Abläufe und offene Kommunikation werden in diesem Sommer nicht zur Kür, sondern zur Voraussetzung für einen verantwortungsvollen Festivalbetrieb.
Open Beatz hat für diese Fragen nun zumindest früh eine Antwort gegeben. Wie sich das Konzept vor Ort bewährt, zeigt sich vom 24. bis 26. Juli 2026 in Herzogenaurach. Tickets für das Festival sind weiterhin über den offiziellen Ticketshop erhältlich.
Fotocredit: Steinsohn Images

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




