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Electric Love reagiert auf Szene-Vorwürfe: CARV aus Line-up entfernt

Electric Love reagiert auf Szene-Vorwürfe: CARV aus Line-up entfernt

Das Electric Love Festival reagiert deutlich auf die Debatte um Machtmissbrauch und Übergriffe in der Szene. Der Veranstalter betont den Opferschutz, kündigt Präventions-Checks an und will in der aufgeheizten Lage differenzieren. Eine Konsequenz steht bereits fest: CARV ist raus aus dem Line-up 2026.

Electric Love Festival veröffentlicht Statement

Das Statement beginnt mit maximaler Klarheit: Die aktuellen Themen seien „ekelhaft und beschämend“ und man könne kaum begreifen, was Betroffene solcher Verbrechen durchmachen. Electric Love setzt den Schwerpunkt dort, wo er hingehört: auf eine Aufarbeitung, die die Opfer schützt, ihnen Raum gibt und nicht nur Symbolpolitik betreibt.

Dann folgt der zweite Teil, der das Statement spannender macht als die üblichen PR-Sätze. Electric Love spricht offen über das Machtgefälle zwischen prominenten Künstlern und Fans und darüber, dass Festivals präventiv mehr tun müssen. Gleichzeitig versucht der Veranstalter, die Debatte nicht komplett von Social Media diktieren zu lassen. Statt Schnellurteilen will Electric Love sortieren: Was ist strafrechtlich relevant? Was strukturell? Was ist ein möglicher „Rachefeldzug”? Was ist schlicht privates Fehlverhalten ohne Straftat?

Diese Einordnung ist heikel, beschreibt aber ein echtes Problem der vergangenen Tage: Alles fliegt gleichzeitig auf den Tisch, nicht alles ist gleich gelagert und trotzdem muss gehandelt werden.

Der Satz, der hängen bleibt: „Völlig ausschließen können wir das aber nicht“

Electric Love schreibt, dass man nicht davon ausgehe, dass der eigene Artist-Bereich bisher Nährboden für solche Fälle gewesen sei, es aber nicht ausschließe. Das ist ein seltener Moment der Ehrlichkeit: Wer bei Tausenden von Menschen, Alkohol, Backstage-Zonen und Machtgefälle behauptet, „bei uns passiert garantiert nie was“, wirkt eher naiv als glaubwürdig. Electric Love macht es richtig: Man sagt sinngemäß, dass man künftig auch „unvorstellbare Situationen“ mitdenken müsse.

Das bedeutet: Der Standard „Awareness-Team im Publikum“ reicht nicht aus, wenn die riskanten Situationen oft hinter den Kulissen entstehen.

Und dann wird es konkret: Im „Fall CARV“ hat man sich bereits ein Bild verschafft und entschieden, ihn aus dem Line-up zu nehmen – CARV wird 2026 nicht beim Electric Love auftreten. Diese Entscheidung ist die eigentliche Neuigkeit und macht das Statement über die generelle Debatte hinaus relevant.

Damit sagt Electric Love gleichzeitig: Man will nicht warten, bis irgendwann ein Gericht spricht, aber man will auch nicht jeden Vorwurf ungeprüft zum Programmkompass machen. Das ist ein Drahtseilakt. Und es ist kein sauber polierter PR-Text, sondern man sieht, dass der Veranstalter sichtbar versucht, eine Linie zu finden – mit Opferschutz als Priorität, aber ohne blind dem Tempo der sozialen Medien zu folgen.

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Fotocredit: Raul Barcia

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