Mit blooom⋮ ist ab sofort ein neues Label-Joint-Venture von BLR, Amber Revival und Soave Records am Start. Die erste Veröffentlichung ist „Breathless“ – eine gemeinsame Single von BLR und Amber Revival.
Neues Label zwischen Songwriting, Clubsound und Artist Development
Mit blooom⋮ startete am 26. Juni ein neues Label für emotional geprägte elektronische Musik. Hinter dem Projekt stehen BLR alias Leon Bolier, das Berliner Duo Amber Revival und Soave Records. Zum Launch erscheint direkt die erste Single: „Breathless“, eine gemeinsame Veröffentlichung von BLR und Amber Revival.
Der Track ist für die Gründer mehr als nur ein erstes Release. „Breathless“ wurde bereits auf der Mainstage des Luminosity Festivals gespielt und dort vor mehreren Tausend Fans getestet. Dass Armin van Buuren den Podium Mix inzwischen auch in seiner Radioshow A State of Trance vorgestellt hat, passt zu einem Release, das hörbar zwischen Vocal-Moment, Melodic Drive und großer Festival-Geste angelegt ist.
blooom⋮ versteht sich nicht als klassisches Dance-Label, das einfach möglichst viele Tracks in den Markt schiebt. Der Ansatz ist stärker kuratiert: Songs, Storytelling, visuelle Identität und langfristige Künstlerentwicklung sollen enger zusammengedacht werden. Im Mittelpunkt steht elektronische Musik, die emotional funktioniert, ohne den Dancefloor aus dem Blick zu verlieren.
Soave Records als Partner, DWB Music im Publishing
Als Partner ist Soave Records an Bord. Das niederländische Unternehmen zählt in Europa zu den erfolgreicheren Independent-Dance-Labels und bringt seine Infrastruktur, Marketing-Erfahrung und Reichweite in das neue Joint Venture ein. Für blooom⋮ ist das ein wichtiger Baustein, weil das Projekt von Beginn an nicht nur als kreatives Experiment, sondern als professionell aufgestelltes Label gedacht ist.
Parallel entsteht eine eigene Publishing-Division. Diese wird als Edition des britischen Musikverlags DWB Music aufgebaut und soll den Bereich Songwriting, Katalogentwicklung und kreative Zusammenarbeit erweitern. Damit positioniert sich blooom⋮ nicht nur als Imprint für Releases, sondern als breiter angelegte Plattform für Künstler, Songs und Rechte.
Ein besonderes Konzept ist das sogenannte Dual-Release-Modell. Veröffentlichungen sollen künftig in zwei Versionen erscheinen: als AM-Version, die stärker auf Streaming und das Hörerlebnis ausgerichtet ist, und als PM-Version, die für Clubs, DJs und Live-Sets gedacht ist. Beide Fassungen werden nicht als Remix und Original verstanden, sondern als zwei gleichwertige Seiten desselben Songs.
BLR und Amber Revival bringen unterschiedliche Welten zusammen
BLR alias Leon Bolier ist seit mehr als zwei Jahrzehnten in der elektronischen Musik aktiv. Als Produzent, DJ und Songwriter veröffentlichte er unter anderem auf Armada Music, Drumcode, Truesoul und Tiëstos AFTR:HRS. Sein Katalog kommt inzwischen auf mehr als 500 Millionen Streams. In den vergangenen Jahren arbeitete er unter anderem mit Armin van Buuren, CYRIL und Matt Sassari zusammen.
Amber Revival besteht aus Netta Nimrodi und Arie Burshtein. Das Berliner Duo kommt stark aus dem Songwriting und arbeitete über viele Jahre an internationalen Pop-, K-Pop-, J-Pop-, Eurovision- und Dance-Projekten. Als Künstler machten sie zuletzt mit Songs wie „If You Only Knew“, „Wildfire“, „Illuminate“ und „Love Me Endless“ auf sich aufmerksam. Support kam unter anderem von Armin van Buuren, Martin Garrix, Dimitri Vegas & Like Mike, Tiësto, Ferry Corsten und Andrew Rayel.
Gerade diese Verbindung macht blooom⋮ interessant: BLR bringt die Club- und Producer-Erfahrung mit, Amber Revival den starken Songwriting-Fokus, Soave Records die Label-Struktur. Das neue Imprint will damit einen Raum für Musik schaffen, die nicht nur als DJ-Tool funktioniert, sondern auch als Song Bestand haben soll.
„Breathless“ ist dafür ein passender Startpunkt. Der Track bewegt sich zwischen melodischer Dance-Produktion, emotionalem Vocal-Song und festivalfähigem Moment. Inhaltlich geht es um Augenblicke, die kurz sind, aber hängen bleiben: Erinnerungen, Menschen, Musik, Nähe. Kein überkompliziertes Konzept, sondern ein Gefühl, das im besten Fall genau dort ankommt, wo Dance-Musik oft am stärksten ist – zwischen Körper und Kopf.
Mit dem Launch von blooom⋮ beginnt nun der Versuch, daraus mehr zu machen als eine einzelne Veröffentlichung. Weitere Releases sollen folgen, mehrere etablierte Namen aus der Szene hätten laut den Beteiligten bereits Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert. Für Soave Records ist das Projekt zugleich ein weiterer Ausbau des eigenen Label-Ökosystems.
Ob blooom⋮ langfristig wirklich eine eigene Handschrift entwickeln kann, wird sich erst mit den kommenden Releases zeigen. Der Ansatz ist aber klar: weniger austauschbare Veröffentlichungslogik, mehr Song, mehr Gefühl, mehr Identität.
Fotocredit: Jeffrey Bron

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




