Call me DJ Doku
Culture

ARD-Dokumentation „Call me DJ!“: Die EDM-Welt aus weiblicher Perspektive

ARD-Dokumentation „Call me DJ!“: Die EDM-Welt aus weiblicher Perspektive

Schon gewusst?

Die bereits vierte veröffentlichte Studie des Netzwerkes female:pressure aus dem Jahr 2020 macht das Geschlechtsverhältnis von Festival-Acts noch einmal deutlich. Seit 2012 untersucht die Studie anhand von Line-ups das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Festival-Acts. Das 2020 erschienene Update zeigt nach wie vor erschreckende Ergebnisse: Bei den über 700 analysierten Festivals sind gerade einmal 25 % der Acts weiblich. Von 2012 bis heute stieg der Anteil zwar um ca. 15 %, dennoch stehen immer noch zu wenig Frauen in den Line-ups von Festivals!

Lena Meickmann

Lena Meickmann

Assistenz der Geschäftsführung | Author

 

M:lena@djmag.de


Die ARD hat eine neue fünfteilige Dokumentation veröffentlicht. „Call me DJ!“ berichtet von dem schillernden Nachtleben der elektronischen Musik aus weiblicher Perspektive, denn eins fällt bis heute auf: Es gibt nach wie vor deutlich mehr männliche als weibliche DJs.

„Call me DJ!“: Darum geht es in der Dokumentation

Die Doku bricht mit längst überholten Rollenklischees, begleitet zehn erfolgreiche DJs auf ihre Auftritte und gibt auch Einblicke in das Privatleben der Menschen, die überall und nirgendwo so richtig zu Hause sind – von den schönen über die unschönen Seiten, von Ruhm bis hin zur Einsamkeit, die ARD bildet die glänzende und doch knallharte Realität des DJ-Lebens ab.

Doch warum eigentlich „Call me DJ!“ und nicht „Call me DJane!“? Schließlich geht es doch um weibliche DJs. Schon im Titel bricht die Doku mit alten Rollenklischees: Die Abkürzung DJ steht bekanntlich für Disc-Jockey – eine geschlechtsneutrale Berufsbezeichnung. Der Begriff schließt alle Musiker und ebenso Musikerinnen der Szene ein, daher ist der Begriff DJane fast schon ein Unwort für die Frauen in der EDM-Szene.

In den fünf Folgen wird der DJ-Lifestyle auseinander gebröselt und genau beleuchtet – immer mit Blick auf die Minderheit der Frauen in der Szene. Das Leben hinter den Kulissen – hinter Rampenlicht und Ruhm – wird genau beleuchtet. Welche Rolle spielen Drogen und Alkohol in der Szene? Lässt sich Familienleben mit dem DJ-Beruf vereinbaren? Woher kommt die Inspiration für neue Songs? Wie unterstützen sich die Frauen gegenseitig? Und wie schwer ist es als Frau – Spielen Geschlecht und Hautfarbe eine Rolle, wenn es um den wirtschaftlichen Erfolg geht? Auf all diese und noch viele weitere Fragen liefern die Protagonistinnen der Doku Antworten.

Bebetta

Rosanna Grüter: Einsatz für mehr Frauenpower in der Musikbranche

Hinter der Serie steht niemand Geringeres als Rosanna Grüter – Moderatorin und selbst seit vielen Jahren DJ. Mit ihrem feministischen Kollektiv „Les Belles de Nuit“ setzt sie sich schon lange für genau die Themen ein, die „Call me DJ!“ behandelt. Denn eins macht die Doku noch einmal klar: Als Frau ist es schwieriger, sich in der Szene der elektronischen Musik durchzusetzen.

Die fünf Folgen á 20 Minuten könnt ihr euch direkt hier ansehen oder den Titel in der ARD Mediathek suchen. Eine ganz klare Empfehlung für alle, die ein wenig tiefer in die Szene einblicken wollen. 

Fotocredit: ARD

Schon gewusst?

Die bereits vierte veröffentlichte Studie des Netzwerkes female:pressure aus dem Jahr 2020 macht das Geschlechtsverhältnis von Festival-Acts noch einmal deutlich. Seit 2012 untersucht die Studie anhand von Line-ups das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Festival-Acts. Das 2020 erschienene Update zeigt nach wie vor erschreckende Ergebnisse: Bei den über 700 analysierten Festivals sind gerade einmal 25 % der Acts weiblich. Von 2012 bis heute stieg der Anteil zwar um ca. 15 %, dennoch stehen immer noch zu wenig Frauen in den Line-ups von Festivals!

Lena Meickmann

Lena Meickmann

Assistenz der Geschäftsführung | Author

 

M:lena@djmag.de


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13.11.22 19:04