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Ohne Vinyl kein echter DJ? Andrew Garfield bekommt Gegenwind

Ohne Vinyl kein echter DJ? Andrew Garfield bekommt Gegenwind

Andrew Garfield findet: Wer sich DJ nennt, sollte mit Schallplatten auflegen. Mit seiner Aussage bei „Subway Takes“ erntet der Schauspieler Widerspruch aus der Szene, darunter von Marlon Hoffstadt.

Andrew Garfield entfacht die Vinyl-Debatte

„Du kannst dich nicht ernsthaft DJ nennen, wenn du keine Schallplatten benutzt.“ Mit diesem Satz hat Andrew Garfield eine Diskussion angestoßen, die vielen hinter den Decks bekannt vorkommen dürfte. Seine Vorstellung davon, wer sich DJ nennen darf, knüpft er an ein ziemlich konkretes Kriterium: den Tonträger. Einem breiten Publikum ist Garfield als Peter Parker aus den beiden „The Amazing Spider-Man“-Filmen bekannt. Im Filmmusical „tick, tick… BOOM!“ spielte er außerdem den Komponisten Jonathan Larson.

Gefallen ist die Aussage bei „Subway Takes“, dem Interviewformat von Kareem Rahma in der New Yorker U-Bahn. Dort gehört die Zuspitzung zum Konzept: Gäste stellen eine steile These auf und verteidigen sie im Gespräch mit dem Gastgeber. Garfields Vinyl-Bekenntnis steht also in einem bewusst spielerischen Rahmen.

Seine Begeisterung hat einen durchaus schönen Ursprung. Garfield erzählt von einem Tontechniker seines Berliner Drehteams, der eine Party organisierte. Aus seiner Sammlung von rund 12.000 bis 15.000 Platten habe dieser über ein Wochenende Musik ausgesucht und dabei an die möglichen Gäste gedacht. Garfield beeindruckte die persönliche Aufmerksamkeit dahinter: Jemand hatte sich Zeit genommen, um anderen einen besonderen Abend zu bereiten.

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Marlon Hoffstadt antwortet mit Ironie

Im Gespräch erklärt Garfield zwar auch, DJs ohne Vinyl nicht herabsetzen zu wollen. Widerspruch bekommt er trotzdem. Marlon Hoffstadt kommentiert unter dem Beitrag, ins Deutsche übersetzt: „Ich wollte schon immer, dass mir ein Schauspieler erklärt, was echtes DJing bedeutet. Vielen Dank.“

DESIREE bezeichnet die Aussage als elitär. Ciel setzt an der Geschichte hinter Garfields These an: Sie liebe Vinyl, halte aber wenig davon, es zur Voraussetzung zu erklären. Musik bewusst, aufmerksam und mit Blick auf andere Menschen auszuwählen, sei unabhängig vom Format möglich.

Bei aller Diskussion steckt in Garfields Geschichte auch ein schönes Kompliment ans DJing: Jemand hat sich Gedanken darüber gemacht, welche Musik den Gästen etwas bedeuten könnte. Und einer von ihnen erzählt später noch begeistert davon. Für einen DJ dürfte es schlechtere Rückmeldungen geben.

Fotocredit: Bryan Berlin, Andrew Garfield After The Hunt-23, CC BY-SA 4.0

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Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de